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Attentäter von Strassburg ist 2012 in Schaffhausen verhaftet worden

Der mutmassliche Attentäter, der am Weihnachtsmarkt in Strassburg am Dienstagabend mindestens zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt hat, ist 2012 in Schaffhausen verhaftet und nach Basel überführt worden.

13.12.2018 / 04:25 / von: sda/tvo
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Cherif Chekatts Foto wurde von der französischen Polizei veröffentlicht mit dem Hinweis, ihn unter keinen Umständen alleine zu stellen. (Bild: twitter.com/PoliceNationale)

Cherif Chekatts Foto wurde von der französischen Polizei veröffentlicht mit dem Hinweis, ihn unter keinen Umständen alleine zu stellen. (Bild: twitter.com/PoliceNationale)

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Chérif Chekatt, der für das schwere Attentat am Dienstagabend in Strassburg verantwortlich sein soll, ist bereits 2012 der Schaffhauser Polizei bereits 2012 ins Netz gegangen. Laut einem Artikel in den «Schaffhauser Nachrichten» wurde der Mann damals in Schaffhausen nach einer Personenkontrolle verhaftet und nach Basel überführt, da er dort wegen mehrerer Delikte zur Verhaftung ausgeschrieben war. 

In Basel wurde Chérif Chekatt danach wegen Einbruchdiebstahls, Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Der Attentäter soll bereits vier Jahre seines Lebens in Gefängnissen verbracht haben. 

Nach dem schweren Terroranschlag in Strassburg macht die Polizei in Frankreich und Deutschland noch immer Jagd auf den Attentäter. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

Der polizeibekannte Gefährder Chérif Chekatt war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schliesslich spurlos verschwunden. «Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen», sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz. Zeugen hätten den Angreifer «Allahu Akbar» (Allah ist gross) rufen hören.

Der Täter entkam mit einem Taxi, liess sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten chauffieren und stieg dann aus, berichtete Heitz. Mit einem Grossaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen - ohne Erfolg. Chérif Chekatt blieb auch am Mittwoch verschwunden.

Chekatt hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Strassburger Innenstadt eröffnet. Zwei Menschen wurden getötet, ein Opfer sei hirntot, zwölf weitere Menschen wurden verletzt, sagte Heitz.

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch die Schweizer Bundespolizei verbreitete am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heisst es: «Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen». Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter gross, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn. Der mehrfach vorbestrafte Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. 

Das französische Innenministerium schloss nicht aus, dass der Täter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Gesucht werde auch der Bruder des Attentäters. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

RBB-Inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Chekatt sei unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden. Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

Unklar ist, ob der Angreifer sich noch in der Elsass-Metropole aufhält. Daher bleibt auch der Weihnachtsmarkt am Donnerstag noch geschlossen. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Strassburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle - soweit wie möglich - wieder anlaufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Die französische Regierung verstärkt ausserdem die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz - rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschliessen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm.

 

 

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