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«Die Vorgeschichte ist entscheidend»

Bei einem Leichenfund wie in Kirchberg im Kanton St.Gallen kommt dem Rechtsmediziner besondere Bedeutung zu. Ein erfahrener Experte erklärt im Beitrag von RADIO TOP, wie nach so einem Fund vorgegangen wird.

30.12.2019 / 18:47 / von: pwa/mle
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Am Sonntag wurde im Toggenburger Kirchberg eine männliche Leiche in einem Abfallsack gefunden. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Am Sonntag wurde im Toggenburger Kirchberg eine männliche Leiche in einem Abfallsack gefunden. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

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Am Sonntag wurde im Toggenburger Kirchberg eine männliche Leiche in einem Abfallsack gefunden. Nach einem solchen Fund, kommt dem Rechtsmediziner besondere Bedeutung zu.

Bevor der Rechtsmediziner seine Arbeit aufnimmt, untersuchen Polizisten und Kriminaltechniker den Fundort einer Leiche. Erst dann kommt der Rechtsmediziner zum Zug und widmet sich der Leiche. Noch am Tatort macht er erste Untersuchungen und versucht zuerst den Todeszeitpunkt festzustellen, erklärt Daniel Wyler vom Kantonsspital Graubünden, seit 36 Jahren Rechtsmediziner.

Wie ein Rechtsmediziner nach einem solchen Fund vorgeht, im Beitrag von RADIO TOP:

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Dazu untersucht der Spezialist unter anderem die Temperatur der Leiche, wie fortgeschritten die Leichenstarre ist oder wie die sogenannten Totenflecken aussehen. Eine weitere Frage ist, ob der Fundort der Leiche auch der Ort ist, an dem die Person ums Leben kam. Auch ob die Leiche Verletzungen aufweist wird bereits am Tatort untersucht.

Eine der wichtigsten Fragen bei einem Leichenfund ist jedoch: Wer ist die Person? «Die Identität wird gesichert indem man Befunde vom Leichnam mit denen einer vermissten Person zu Lebzeiten abgleicht. Wenn Sie die Identität einer Personen nicht kennen, haben Sie keinen Zugang zur Vorgeschichte», sagt Wyler. Und diese sei unter Umständen entscheidend.

Später wird die Leiche zur Obduktion, also der inneren Untersuchung, abtransportiert. Von dieser erhoffen sich Rechtsmediziner weitere Erkenntnisse. Je nach Fall kommen weitere Untersuchungen hinzu, zum Beispiel toxikologische Untersuchungen von Blut und Urin. Der Rechtsmediziner erstellt nach allen Untersuchungen einen Bericht, erklärt Rechtsmediziner Daniel Wyler weiter: «Mit dem Ziel, dass der Staatsanwalt versteht, was genau passiert ist.»

Im Fall der Leiche von Kirchberg sind die Ermittler noch nicht so weit. Die Identität und auch die Todesursache sind nach wie vor unbekannt, wie die Kantonspolizei St.Gallen am Montag auf Anfrage von RADIO TOP sagt.

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