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Hurrikan «Michael» trifft in Florida mit Wucht auf Land

Meterhohe Flutwellen, mächtige Windböen, strömender Regen: Hurrikan «Michael» hat Florida mit Wucht getroffen und im Nordwesten des US-Bundesstaates für extremes Wetterchaos und Zerstörung gesorgt. Mindestens eine Person kam ums Leben.

10.10.2018 / 21:40 / von: sda/ano/meg
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Die Position von «Michael» um 2 Uhr Schweizer Zeit (Bild: ventusky.com)

Die Position von «Michael» um 2 Uhr Schweizer Zeit (Bild: ventusky.com)

Hurrikan trifft auf Florida (Bild: Screenshot CNN)

Hurrikan trifft auf Florida (Bild: Screenshot CNN)

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmass der Folgen am heutigen Donnerstagmorgen noch unklar war. Tags zuvor hatte «Michael» mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern die Küste getroffen.

Mindestens ein Mensch kam laut US-Medienberichten ums Leben. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf die Polizei, nahe Greensboro sei ein Mann getötet worden, als ein Baum auf ein Haus fiel. In hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus. Floridas Gouverneur Rick Scott liess Such- und Rettungsmannschaften in die besonders heftig betroffenen Gebiete ausrücken.

Der Abgeordnete Neal Dunn aus der Stadt Panama City sagte CNN: «Es sieht so aus, als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen.»

Als «Michael» am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nordwestlich des kleinen Ortes Mexico Beach die Küste traf, fehlten dem Sturm nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie fünf eingestuft zu werden. Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus der Stadt Panama City Beach waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen.

Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als Panhandle (Landzipfel oder wörtlich Pfannenstiel) wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet.

«Michael» hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen. Die Behörden riefen hunderttausende Menschen eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet zu verlassen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber.

Missy Theiss lebt acht Kilometer von der Küste von Panama City Beach entfernt. Die 54-Jährige entschied sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden in ihrem Haus zu bleiben. «Ich schaue aus dem Fenster und es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet», schrieb Theiss in einer Textnachricht an die Nachrichtenagentur DPA. «Es war die schlechteste Entscheidung, hier zu bleiben. Wir haben es für unsere Haustiere getan», erklärte sie. Sie habe gedacht, «Michael» würde die Küste als Hurrikan der Stufe zwei erreichen, dann wurde er aber zur Kategorie vier hochgestuft.

«Als wir darüber nachdachten, zu gehen, war es schon zu spät. Wir hatten viel Angst, wir wollten nicht, dass etwas Schlimmes passiert», schilderte Theiss ihre schwierige Lage. Sie habe Schutz im Flur ihres Hauses gefunden, abseits von Fenstern und Türen.

Bei seinem Zug nach Nordosten schwächte sich der Hurrikan zu einem tropischen Wirbelsturm ab, blieb aber dennoch gefährlich. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) zog er durch den Süden des Bundesstaates Georgia. Das Hurrikanzentrum warnte vor Überflutungen durch heftigen Regen in Teilen Georgias, im Südosten Virginias sowie in South und North Carolina. In einigen Gebieten dort galten Tornadowarnungen.

US-Präsident Donald Trump begann am Abend seine Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung damit, den Menschen in den betroffenen Gebieten sein Mitgefühl auszusprechen. Die «Gedanken und Gebete» der gesamten Nation seien bei ihnen. Trump hatte zuvor erklärt, er habe die Wahlkampfkundgebung nicht absagen wollen, weil er die Menschen nicht enttäuschen wollte, die darauf gewartet hätten.

Der Präsident kündigte an, das Katastrophengebiet voraussichtlich am Sonntag oder Montag zu besuchen. Bei einem früheren Besuch befürchte er, den Helfern in die Quere zu kommen, sagte Trump.

«Michael» ist der zweite Hurrikan binnen weniger Wochen, der auf den Südosten der USA traf. Hurrikan «Florence» hatte dort Mitte September über zehn Tote und Milliardenschäden verursacht. Im Gegensatz zu «Florence» sei «Michael» aber ein Musterbeispiel für einen Hurrikan, der sich auf dem Weg über das Meer zur Küste immer weiter verstärkte, hiess es von den Behörden.