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Lage auf Lesbos: UN-Flüchtlingshilfswerk nimmt EU in die Pflicht

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat sich zur Krise auf Lesbos geäussert. Das Handeln der EU wird gefordert. Nach dem Brand im Camp Moria sind rund 12'000 Menschen obdachlos.

15.09.2020 / 06:45 / von: sda/asl
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Rund 12'000 Menschen aus dem Flüchtlingscamp Moria sind zur Zeit obdachlos. (Bild: AP Photo/Petros Giannakouris)

Rund 12'000 Menschen aus dem Flüchtlingscamp Moria sind zur Zeit obdachlos. (Bild: AP Photo/Petros Giannakouris)

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Mit Blick auf die dramatische Lage der Migranten auf der griechischen Insel Lesbos drängt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) Deutschland und die EU zu raschen Taten.

Die gegenwärtigen Zustände dort seien «eine humanitäre Notlage, die ein schnelles und unverzügliches Handeln der europäischen Staaten gemeinsam mit Griechenland erfordern», sagte der Vertreter der UN-Organisation in Deutschland, Frank Remus, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Dienstag. «Nach Jahren des Scheiterns einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik haben die Länder Europas jetzt die Pflicht, den Menschen auf Lesbos sofort zu helfen und langfristig die Chance zu nutzen, gesamteuropäische Lösungen zu finden, die nach Ansicht aller Experten möglich sind.»

Das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria auf Lesbos war vergangene Woche durch mehrere Brände fast vollständig zerstört worden. Mehr als 12 000 Migranten sind dadurch praktisch über Nacht obdachlos geworden. Über den weiteren Umgang mit ihnen ist eine Debatte internationalen Ausmasses entbrannt.

Zu den Zuständen in dem berüchtigten Lager vor dem Brand sagte Remus: «Die Verhältnisse in Moria waren skandalös und das Camp selbst eine Schande für Europa, unvereinbar mit den europäischen Werten.» Es gebe aber engagierte Länder, allen voran Deutschland, die das Problem sähen und an Lösungen mitwirken wollten. Die von der Bundesregierung angebotene Aufnahme von etwa 150 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen sei «ein Zeichen, dass Deutschland Verantwortung in dieser wichtigen Frage übernimmt».

Die Schweiz will 20 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aufnehmen.

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