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Mindestens 222 Tote bei Tsunami-Katastrophe in Indonesien

Bei einer Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java sind mindestens 222 Menschen gestorben. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Sonntag wurden zudem 843 Menschen verletzt.

23.12.2018 / 09:52 / von: rwa/sda/sbr
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Leute vor Ort posten Bilder der Verwüstung auf Social Media. (Bild: twitter.com/@OysteinLAnderse)

Leute vor Ort posten Bilder der Verwüstung auf Social Media. (Bild: twitter.com/@OysteinLAnderse)

Hier zwischen der Insel Sumatra und Java liegt der Vulkan Anak Krakatau, der den Tsunami ausgelöst haben soll. (Screenshot: www.google.com/maps)

Hier zwischen der Insel Sumatra und Java liegt der Vulkan Anak Krakatau, der den Tsunami ausgelöst haben soll. (Screenshot: www.google.com/maps)

Weitere 30 galten als vermisst. Es wurde befürchtet, dass die Opferzahlen noch steigen könnten. Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereingebrochen.

Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastrasse bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java. Laut der Indonesischen Agentur für Geophysik war die Ursache vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte.

Hochsaison für Touristen

Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen. Verschlimmert wurde die Situation dadurch, das gleichzeitig Flut herrschte, wie Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho erklärte.

Nach seinen Worten kamen sowohl in der zu Sumatra gehörenden Provinz Lumpang auf der nördlichen Seite der Sundastrasse Menschen zu Tode als auch in Javas Provinz Banten, die südlich der Meeresenge liegt und an die indonesische Hauptstadt Jakarta grenzt.

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Alleine hier starben nach Angaben von Nugroho 126 Menschen. Angesichts der Urlaubssaison herrschte dort Hochbetrieb.

Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gibt es noch keine Hinweise, dass unter den Opfern auch Schweizer sind. 

Nugroho zufolge wurden mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt. Schwere Tsunami-Schäden wurden unter anderem vom Urlauberstrand Carita gemeldet.

Nugroho verbreitete über seine Twitter-Seite Videoaufnahmen, auf denen Trümmerhaufen vor zerstörten Häusern und völlig demolierte Autos zu sehen waren:

Hingga 23/12/2018 pukul 07.00 WIB, data sementara dampak tsunami di Selat Sunda: 43 orang meninggal dunia, 584 orang luka-luka dan 2 orang hilang. Kerugian fisik meliputi 430 unit rumah rusak berat, 9 hotel rusak berat, 10 kapal rusak berat dan puluhan rusak. pic.twitter.com/IfKnx29QKA

— Sutopo Purwo Nugroho (@Sutopo_PN) 23. Dezember 2018

Immer wieder Tsunamis

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160'000 Menschen, so viele wie nirgendwo sonst in der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschen ums Leben.

Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.