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Ecuadors Regierung bestätigt vier Tote seit Beginn der Proteste

Bei den regierungskritischen Kundgebungen in Ecuadors Hauptstadt Quito sind vier Demonstranten getötet worden. Das teilte Innenministerin María Paula Romo am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz mit.

11.10.2019 / 10:57 / von: sda
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Demnach starb ein Demonstrant bei einem Zusammenstoss mit einem Auto, zwei Jugendliche fielen von einer Brücke. Ein regionaler Führer der indigenen Völker Ecuadors sei bei einem Sturz gestorben, sagte Romo. Zuvor hatte die Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE) mitgeteilt, der Mann sei von einer Tränengasgranate am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden.

Die Leiche des Mannes namens Inocencio Tucumbí wurde in einem Kulturzentrum in Quito aufgebahrt. Mehrere Polizisten wurden von indigenen Demonstranten dazu gezwungen, den Sarg in die Halle zu tragen. Die Regierung des Präsidenten Lenín Moreno verlangte die Freilassung der Beamten, die Demonstranten entsprachen dieser Forderung schliesslich. Ein Fernseh-Journalist wurde beim Verlassen des Kulturzentrums durch einen Steinwurf am Kopf verletzt.

Zusammenstösse mit der Polizei

Abgesehen von dem tödlichen Zwischenfall am Mittwoch war die Grosskundgebung der CONAIE gegen die Erhöhung der Spritpreise zunächst grösstenteils friedlich verlaufen. Bei Einbruch der Dunkelheit kam es jedoch zu Zusammenstössen mit der Polizei. Die indigenen Völker protestieren - wie auch Gewerkschaften und Studenten - gegen die Streichung von Subventionen, die die Treibstoffpreise niedrig hielten.

Die Regierung Morenos hatte die Massnahme beschlossen, um im Rahmen der Auflagen für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds den Staatshaushalt zu sanieren. Nach einer Woche anhaltender Proteste bot sie an, einen Teil des gesparten Geldes zu investieren, um die Agrarwirtschaft in den Gebieten der indigenen Völker zu unterstützen. Die CONAIE besteht jedoch darauf, die Subventionen wieder aufzunehmen und den von der Regierung verhängten Ausnahmezustand aufzuheben.