Pull down to refresh...
zurück

Mindestens fünf Tote bei Vulkanausbruch in Neuseeland

Beim Ausbruch eines Vulkans in Neuseeland sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Mehr als 20 Menschen würden auf der bei Touristen beliebten Vulkaninsel White Island weiterhin vermisst, teilte die Polizei am Montag mit.

09.12.2019 / 10:10 / von: sda/mco
Seite drucken
Auf der zu Neuseeland gehörigen Insel White Island ist ein Vulkan ausgebrochen. (Symbolbild: pixabay.com/Julius_Silver)

Auf der zu Neuseeland gehörigen Insel White Island ist ein Vulkan ausgebrochen. (Symbolbild: pixabay.com/Julius_Silver)

Der Vulkan brach nach Angaben der Behörden gegen 14:11 Uhr (2:11 Uhr MEZ) Ortszeit aus. Auf Bildern einer Beobachtungskamera ist zu sehen, wie sich kurz zuvor noch eine grössere Gruppe von Wanderern in unmittelbarer Nähe des Kraters aufhält. Dann wird die Kamera schwarz.

Die Polizei sprach davon, dass in diesem Moment bis zu 50 Menschen auf der Insel waren. Zu möglichen Schweizer Betroffenen gab es am Morgen noch keine Informationen, wie das Aussendepartement (EDA) in Bern gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Man stehe in Kontakt mit der Botschaft in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington und diese mit den Behörden vor Ort.

White Island liegt im Nordosten von Neuseelands Nordinsel, etwa 50 Kilometer von der Küste entfernt und befindet sich in Privatbesitz.

Der letzte grössere Vulkanausbruch war im Jahr 2016. Damals wurde niemand verletzt. In den vergangenen Wochen war jedoch wieder verstärkte Aktivität bemerkt worden. Dies führte aber nicht dazu, dass die Touren verboten wurden. Das Betreten ist grundsätzlich nur im Beisein von ausgebildeten Führern erlaubt.

Grösster Teil des Vulkans unter Wasser

Bei Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, heisst der Vulkan Te Puia O Whakaari. Das bedeutet: «Der dramatische Vulkan». Die Insel ragt etwa 320 Meter in die Höhe. Der weitaus grösste Teil des Vulkans ist unter Wasser. Mehrere Unternehmen bieten von der Küste aus Tagestouren mit dem Boot an. Pro Jahr wird die Insel von etwa 10'000 Ausflüglern besucht.

Aus Sorge vor weiteren Eruptionen war es Polizei und Rettungskräften nach Angaben eines Sprechers zunächst nicht möglich, die Insel genauer abzusuchen. Im Einsatz waren mindestens sieben Hubschrauber. Neuseelands Vize-Polizeichef John Tims sagte, «wahrscheinlich» gebe es noch mehr Todesopfer.

Die «Weisse Insel» wurde 1769 von dem britischen Seefahrer James Cook entdeckt, der ihr auch den Namen gab. Grund dafür war, dass White Island ständig in einer Wolke von weissem Dampf und Rauch erschien. Cook ahnte jedoch offenbar nicht, dass sich dahinter ein Vulkan verbirgt.

Neuseeland liegt auf dem so genannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Auch Erdbeben sind dort keine Seltenheit. In der Stadt Christchurch kamen bei einem Beben im Februar 2011 mehr als 180 Menschen ums Leben.

Ein Video zeigt den Vulkan zwanzig Minuten vor dem Ausbruch: