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Nach Stopp der Pilotenschule will Lufthansa bald Entscheid fällen

Nach dem abrupten Stopp der Pilotenausbildung wegen des Corona-Ausbruchs im März will die Lufthansa-Gruppe bald einen Entscheid über deren Zukunft fällen. Insgesamt sind 700 Pilotenschüler des Flugkonzerns, auch von der Swiss, vom jähen Unterbruch betroffen.

16.09.2020 / 18:42 / von: sda/asl
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Zwei Piloten sitzen in einem Flugzeug-cockpit. Insgesamt mussten 700 Pilotenschüler der Lufthansa und der Swiss ihre Ausbildung unterbrechen. (Symbolbild: pixabay.com/StockSnap)

Insgesamt mussten 700 Pilotenschüler der Lufthansa und der Swiss ihre Ausbildung unterbrechen. (Symbolbild: pixabay.com/StockSnap)

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Im März hatte die Gruppe die Pilotenausbildung an ihren Trainingszentren bis Ende Jahr eingestellt. Die Pilotenschüler, die in den USA ihre Ausbildung absolvierten, wurden damals Knall auf Fall heimgeholt. Darunter auch solche der Swiss.

Auch die Ausbildung des Kabinenpersonals sei während der ausserordentlichen Lage abgebrochen worden, sagte der Geschäftsleiter des Lufthansa Aviation Trainingscenters Switzerland, David Birrer, am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Ausbildungszentrums vor den Medien in Opfikon.

Seither warten 700 angehende Pilotinnen und Piloten, wie es weitergeht. Ein Entscheid dazu sei in den nächsten drei Wochen geplant, sagte Lufthansa Aviation Training-Sprecher Dirk Sturny am Rande der Präsentation im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Klar ist, dass wegen des Einbruchs des Luftverkehrs durch die Pandemie künftig weniger Piloten in der Branche benötigt werden. Dies schlägt naturgemäss auch auf die Ausbildung künftiger Piloten durch.

Gebäude so lang wie ein Fussballfeld

Die Coronakrise hat nicht nur den Piloten einen dicken Strich durch ihre Ausbildungspläne gemacht, sondern auch die geplante feierliche Eröffnung des neuesten Trainingszentrums der Lufthansa-Gruppe im Juli platzen lassen.

«Wir hätten gerne mit der Bevölkerung den Tag der offenen Tür gefeiert», sagte Birrer. Das Trainingszentrum in Opfikon hatte im Januar zweieinhalb Jahre nach dem Spatenstich für das riesige Gebäude den Betrieb aufgenommen.

Mit dem Umzug nach Opfikon fand ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte ein Ende. Denn während mehr als 50 Jahren hatte die Ausbildung im altgedienten Zentrum am Balsberg in Kloten stattgefunden. Sechs der sieben Flugsimulatoren, die das Herzstück der Pilotenausbildung für die Swiss und Lufthansa sind, wurden mit Spezialtransportern in das neue fast 120 Meter lange Gebäude nach Opfikon gebracht. Der letzte Simulator vom Balsberg wird im Januar kommen.

Die fast 15 Tonnen schweren Nachbauten von Cockpits verschiedener Flugzeugtypen erforderten einen hohen Aufwand an die Gebäudestatik. Um die Bewegungen der Simulatoren aushalten zu können, wurde das Gebäude auf 160 Betonpfähle gestellt, die bis zu 30 Meter tief in den darunterliegenden Fels eingebohrt wurden.

50 Millionen teuer

Die Fassade aus gewellten Aluminiumblechen ist den Flugzeugflügeln aus der frühen Zeit der Luftfahrt wie beispielsweise der Ju 52 nachempfunden, erklärte Birrer. Insgesamt wurden rund 50 Millionen Franken in das Zentrum investiert. Dort findet nicht nur die Pilotenausbildung statt, sondern auch das Training des Kabinenpersonals.

So üben Flugbegleiter beispielsweise an Flugzeugattrappen in Echtgrösse die Evakuierung der Passagiere über die Notrutschen oder das Verhalten bei medizinischen Notfällen an Bord. Auch der Umgang mit widerborstigen Passagieren oder der Service an Bord werden geschult.

Das neue Zentrum in Opfikon ist nicht der einzige Ausbildungsort der Lufthansa-Gruppe. Weitere Trainingsstandorte gibt es in Berlin, Essen, Frankfurt, Köln und München sowie in Wien.

Nach der Übernahme der Swiss hatte die Lufthansa-Gruppe im Jahr 2017 auch das Ausbildungszentrum in der Schweiz unter das Dach der neu gegründeten Konzerngesellschaft Lufthansa Aviation Training gestellt. Damit wurde seinerzeit die bis dahin bestehende Konkurrenz der Ausbildungs- und Trainingszentren zwischen der Swiss und der Lufthansa beendet.

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