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Vorbote von Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson entdeckt

So früh wie möglich mit der Therapie beginnen, das ist das Credo der Alzheimerforschung. Aber wie erkennt man eine solche Krankheit, noch bevor Symptome auftauchen? Basler Forscher sind einer Antwort einen Schritt näher gekommen.

08.08.2018 / 10:00 / von: mle/sda
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Wissenschaftlerinnen und Mediziner sind überzeugt, dass wirksame Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson möglichst früh ansetzen müssen. (Symbolbild: Pixabay.com)

Wissenschaftlerinnen und Mediziner sind überzeugt, dass wirksame Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson möglichst früh ansetzen müssen. (Symbolbild: Pixabay.com)

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Wissenschaftlerinnen und Mediziner sind überzeugt, dass wirksame Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson möglichst früh ansetzen müssen. Denn wenn Nervenzellen reihenweise zugrunde gehen, ist der Schaden schon angerichtet. Forschende sind deshalb auf der Suche nach Erkennungsmerkmalen, sogenannten Biomarkern, mit denen sich solche Krankheiten frühzeitig erkennen lassen.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Basel ist nun auf einen vielversprechenden Kandidaten für einen solchen Biomarker gestossen. Dabei geht es um einen Botenstoff namens FGF21, der bei Störungen in den «Kraftwerken der Zelle» (Mitochondrien) ausgeschüttet wird. Das teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

Eine solche Fehlfunktion in den Mitochondrien löst eine Stressreaktion in der Zelle aus. Chronischer Zellstress in Nervenzellen wiederum gilt als Angelpunkt neurodegenerativer Erkrankungen.

Wie die Forschenden um Stephan Frank von der Universität und dem Universitätsspital Basel im Fachblatt «Cell Reports» berichten, konnten sie FGF21 in Tiermodellen neurodegenerativer Erkrankungen nachweisen. Und zwar zu einem Zeitpunkt, bevor die Nervenzellen absterben.

Das macht FGF21 zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Früherkennung solcher Erkrankungen. Zwar liesse sich mit diesem Biomarker nicht unterscheiden, um welche neurodegenerative Krankheit es sich handle, da mehrere Erkrankungen mit chronischem Zellstress zusammenhängen, schrieben die Forscher im Fachartikel. Jedoch könnte er dereinst für Vorsorgeuntersuchungen dienen und auf einen ersten Verdacht hinweisen.

Allerdings brauche es weitere Forschung, um einen solchen Früherkennungstest zu etablieren, betonen die Wissenschaftler. Das Problem: Der Botenstoff wird nicht nur in Nervenzellen, sondern auch in den Zellen anderer Gewebe und Organe produziert, beispielsweise in Fettgewebe und der Leber.

Fettleibigkeit und Lebererkrankungen könnten somit einen Test auf FGF21-Basis verfälschen. In künftigen Studien müsste Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit von Patienten auf den Botenstoff hin untersucht werden, um zu prüfen, ob und wie er sich als Biomarker für beginnende neurodegenerative Erkrankungen eigne.

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