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Weniger Flüchtlinge in Italien und Griechenland

Im vergangenen Jahr sind die Flüchtlingszahlen in Italien und Griechenland im Vergleich zu 2016 deutlich zurückgegangen. Menschenrechtler kritisieren allerdings, dass Hunderttausende Flüchtlinge stattdessen in libyschen Lagern festsitzen.

02.01.2018 / 13:00 / von: meg
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Weniger Flüchtlinge sind in Griechenland und Italien angekommen (Bild: Joiz)

Weniger Flüchtlinge sind in Griechenland und Italien angekommen (Bild: Joiz)

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In Italien trafen nach Angaben des Innenministeriums 119'310 im Mittelmeer gerettete Menschen an den Häfen des Landes ein. 2016 waren es noch mehr als 180'000 Migranten gewesen - 34 Prozent mehr.

In Griechenland fiel der Rückgang auch dank restriktiver Massnahmen wie dem EU-Türkei-Flüchtlingspakt noch deutlicher aus. Nach Angaben des griechischen Staatsradios «ERT» wurden vom Innenministerium im Jahr 2017 rund 25'000 Flüchtlinge zum griechischen Festland gebracht, im selben Zeitraum setzten 24'970 Menschen von der Türkei aus zu den griechischen Inseln über. 2016 waren nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks noch 173'450 Migranten auf den Inseln angekommen.

Der EU-Türkei-Flüchtlingspakt vom März 2016 sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die auf den Inseln der Ostägäis ankommen, von dort zurück in die Türkei gebracht werden müssen, wenn sie in Griechenland kein Asyl bekommen.

Unklar ist nun, ob die Türkei die zum Festland gebrachten Flüchtlinge - sollten sie kein Asyl in Griechenland bekommen - zurückzunehmen bereit ist oder ob diese Menschen in Griechenland bleiben müssen.

Dennoch sind die griechischen Insellager weiter überfüllt. Im Lager Moria auf der Insel Lesbos, das für 2300 Menschen ausgelegt ist, waren am 1. Januar nach Angaben des Innenministeriums knapp 5600 Menschen untergebracht, wie die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur «ANA-MPA» berichtet.

In Italien gingen die Flüchtlingszahlen von Juli an dramatisch zurück, zumal das Land eine Vereinbarung mit der libyschen Einheitsregierung zur Unterstützung der dortigen Küstenwache geschlossen hatte.

Menschenrechtler kritisieren, dass Hunderttausende Flüchtlinge stattdessen in Lagern in Libyen festsitzen und dort Folter und Misshandlungen ausgesetzt sind.

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