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Arbeitslosenquote geht im April weiter zurück

Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im April weiter aufgehellt. Das zeigen die am Freitag vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) veröffentlichten Daten. Ein wichtiges Auffangnetz für viele Firmen und Arbeitnehmer bleibt in der Coronakrise die Kurzarbeit.

07.05.2021 / 10:00 / von: jmi/sda
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Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren im Aprilweniger Personen ohne Job gemeldet (Archivbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren im Aprilweniger Personen ohne Job gemeldet (Archivbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

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Ende April waren in der Schweiz bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 151'279 Personen als arbeitslos gemeldet. Das waren 6'689 weniger als im März, wie das Seco mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat wie von Ökonomen erwartet um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent.

Dabei dürften beim Rückgang der Arbeitslosigkeit - wie bereits im Vormonat - saisonale Gründe mitgespielt haben, da im Frühling vor allem die Aktvität auf dem Bau anzieht und dort vermehrt Arbeitskräfte gesucht werden. Allerdings ist die um saisonbereinigte Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 3,1 Prozent gesunken.

Das kann als Zeichen gedeutet werden, dass sich der Arbeitsmarkt Schritt für Schritt vom Corona-Schock erholt. Bis im Januar kletterte die Arbeitslosenquote auf 3,7 Prozent nachdem sie im Jahr 2019, also vor Ausbruch der Coronapandemie, im Durchschnitt sehr tiefe 2,3 Prozent betragen hatte. Im April 2020 lag die Quote im Zuge des ersten harten Lockdowns in der Schweiz auf dem jetzigen Niveau von 3,3 Prozent.

Derzeit gilt es am Schweizer Arbeitsmarkt mehr Stellen zu besetzen. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im April um 4919 auf 50'101 Stellen. Davon unterlagen 36'176 der im Juli 2018 eingeführten Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von 5 Prozent und mehr.

Steigende Kurzarbeit im Februar

Dass die Arbeitslosigkeit in der Schweiz während der Krise nicht in höhere Sphären geklettert ist, hat mit dem Instrument der Kurzarbeit zu tun. Der Erhalt von Kurzarbeitsgelder hielt viele Arbeitgeber davon ab, Mitarbeitende wegen fehlender Einnahmen und wirtschaftlicher Unsicherheiten auf die Strasse zu stellen.

Die Kurzarbeit, zu der aktuellste Daten erst für den Monat Februar verfügbar sind, zog zu Beginn des Jahres wegen den vom Bund im zweiten Corona-Lockdown ergriffenen Massnahmen wieder an. Ende Februar waren gemäss Seco-Angaben hierzulande 413'451 Personen von Kurzarbeit betroffen. Das ist verglichen mit dem Monat Januar eine Zunahme von 13'784 Personen oder ein Plus von gut 3 Prozent. Im Januar kletterte die Zahl um 36 Prozent in die Höhe.

Im Februar waren 51'622 Betriebe von Kurzarbeit betroffen. Das sind 4162 Einheiten oder 8,8 Prozent mehr als im Januar. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden stieg um 4,3 Prozent.

Weniger Arbeitslose in der Ostschweiz 

Die Arbeitslosenzahlen sind im April in der Ostschweiz allgemein zurückgegangen. Einzige Ausnahme ist Graubünden: Der Kanton meldet eine deutliche Zunahme, die vorwiegend auf das Ende der Wintersaison im Tourismus zurückzuführen ist.

Laut den neusten Zahlen des Staatsekretariats für Wirtschaft (Seco) vom Freitag waren Ende April in Graubünden 2630 Personen arbeitslos, das sind 632 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sprang von 1,8 auf 2,4 Prozent. Mit Abstand am meisten Arbeitslose verzeichnet das Gastgewerbe.

In St. Gallen waren bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 7343 (-341) Menschen ohne Job gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 auf 2,6 Prozent. Im Kanton Thurgau waren es 4053 (-263) Arbeitslose bei einer Quote von ebenfalls 2,6 (-0,2) Prozent.

Keine nennenswerten Veränderungen gab es im Appenzellerland: Ausserrhoden meldete 631 (-12) Arbeitslose, was einer Quote von 2,0 Prozent entspricht. In Innerrhoden waren 81 (+1) Person ohne Job. Die Quote von 0,9 Prozent war weiterhin die tiefste aller Kantone. Glarus meldete 506 (-20) Arbeitslose und eine Quote von 2,2 (-0,1) Prozent.

Arbeitslosenquote im Kanton Zürich sinkt erneut

Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist im April von 3,4 auf 3,3 Prozent gesunken. Die Zahl der offenen Stellen hat einen Höchstwert erreicht. Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind gut. 28'001 Personen sind Ende April bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet gewesen, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) am Freitag mitteilte.

Die Entspannung auf dem Zürcher Arbeitsmarkt hat sich damit fortgesetzt. Trotzdem liegt laut der Mitteilung die Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent immer noch 0,5 Prozentpunkte höher als zu Beginn der Krise im März 2020. Die Zahl der offenen Stellen stieg im April von 7554 auf 8688 und damit auf den bisher höchsten Wert im laufenden Jahr. Auch die Beschäftigungserwartungen der Zürcher Unternehmen haben einen neuen Jahreshöchstwert erreicht. In fast allen Branchen wird in den nächsten drei Monaten mit einer höheren Beschäftigung gerechnet.

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Schalch
am 07.05.2021 um 15:22
Und wieviele sind zwar vom RAV weg, aber wie viele da ins Sozialwesen rein gekommen, diese Zahlen sieht man nicht!