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Die Stadt Winterthur würdigt Georg Miez und seine Olympiaeiche

Beim Winterthurer Sportplatz Deutweg, zwischen der Eishalle und der Rundbahn, steht unscheinbar die Olympiaeiche. Diese Eiche hat eine bewegende Geschichte. Sie erzählt von Olympiasiegern, Naziregimen und Treffen von radikalen islamischen Jugendlichen. Ein Einblick in die Geschichte.

25.11.2021 / 17:37 / von: jis
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Die Eiche steht seit rund 70 Jahren beim Sportplatz Deutweg. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

Die Eiche steht seit rund 70 Jahren beim Sportplatz Deutweg. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

Jürg Stahl überreicht Stadtrat Stefan Fritschi den Würfel als Geschenk. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

Jürg Stahl überreicht Stadtrat Stefan Fritschi den Würfel als Geschenk. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

Auf der Tafel ist ein Foto von Georges Miez mit dem Eichensetzling im Jahr 1936 abgebildet. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

Auf der Tafel ist ein Foto von Georges Miez mit dem Eichensetzling im Jahr 1936 abgebildet. (Bild: TOP-Medien/Jan Isler)

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Ein Medienartikel im vergangenen Mai, der die Eiche als Treffpunkt von Winterthurer Islamisten bezeichnete, rückte den Baum und seine Vergangenheit als nationalsozialistisches Propaganda-Mittel in den Fokus der Öffentlichkeit.

Im Beitrag von RADIO TOP erklärt Stadtrat Stefan Fritschi, wie die Stadt Winterthur auf die negativen Schlagzeilen zum Olympiabaum beim Deutweg reagiert hat:

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Der Winterthurer Turner Georg Miez ist bis heute der erfolgreichste Olympiateilnehmer, den die Schweiz je hatte. An den olympischen Spielen 1936 in Berlin gewann er Gold am Boden und erhielt dafür eine Stieleiche überreicht. Die olympischen Spiele 1936 in Berlin waren die dunkelsten in der Geschichte des Sportwettbewerbs. Unter Hitler wurden die Spiele im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Benachteiligung von jüdischen Sportlern und das Zeigen des Hitlergrusses stand an der Tagesordnung. Der gebürtige Tösser Georg Miez brillierte im Bodenturnen und gewann die Goldmedaille und einen Eichensetzling. Seit 70 Jahren steht diese Eiche nun am Sportplatz Deutweg. Diese wurde nun in den richtigen Kontext gesetzt. «Wir haben die 15 Meter hohe Eiche in den Sportplatz Deutweg integriert, indem wir einen Zaun um sie gezogen haben um sie vom Parkplatz zu trennen», erklärt der Winterthurer Stadtrat Stefan Fritischi.

«Über die Umsetzung freuen wir uns besonders»

Neben der neuen Umzäunung ziert nun auch eine Informationstafel das Bild der Eiche. Auf der einen Seite werden die grandiosen Leistungen des Georg Miez beleuchtet und auf der anderen das dunkle Kapitel der Nazi-Olympiade im Jahre 1936. «Über die Umsetzung freuen wir uns besonders. Auch durch die negativen Schlagzeilen in der Vergangenheit sind wir froh, dass die Stadt hier gehandelt hat. Die beidseitige Lösung finde ich sehr gelungen», erklärt das Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Winterthur, Olaf Ossman gegenüber RADIO TOP.

Auch aus sporthistorischer Sicht wertvoll

Auch auf der sportlichen Seite spricht die Eiche eine eigene Sprache. «Jährlich kommen zehntausende sportbegeisterte Jugendliche an der Eiche vorbei, um auf dem Deutweg Sport zu treiben. Die Eiche soll ein Mahnmal für den sportlichen Erfolg von Georg Miez sein aber auch die Bevölkerung an die Gräueltaten des Naziregimes zu erinnern», sagt der Präsident von Swiss Olympic, Ralf Stahl, im Interview. Als Zeichen der Anerkennung überreicht Jürg Stahl dem Stadtrat Stefan Fritschi einen Würfel als Geschenk. Die Stele steht nun seit Anfang November im Sportpark bei der Eiche. Erarbeitet hat die Stadt die Stele in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Gemeinde Winterthur. Ein Medienartikel im vergangenen Mai, der die Eiche als Treffpunkt von Winterthurer Islamisten bezeichnete, rückte den Baum und seine Vergangenheit als nationalsozialistisches Propaganda-Mittel in den Fokus der Öffentlichkeit.

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