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Eltern kritisieren kleine Schulzimmer im Winterthurer Altstadtschulhaus

Einige Kinder werden im Altstadtschulhaus in Winterthur in Zimmern unterrichtet, die mit 63 Quadratmeter eher klein sind. Die Kinder würden unter dem Platzmangel leiden, kritisieren Eltern. Sie fordern, dass eine externe Sprachheilschule auszieht, weil diese die grösseren Zimmer belegt.

14.10.2021 / 07:22 / von: lju
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Die Eltern der betroffenen Schulklassen kritisieren, dass die Kinder unter dem Platzmangel leiden. (Symbolbild: Pixabay.com)

Die Eltern der betroffenen Schulklassen kritisieren, dass die Kinder unter dem Platzmangel leiden. (Symbolbild: Pixabay.com)

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Zwei Klassen mit je 22 Kindern werden im Winterthurer Altstadtschulhaus in Halbklassenzimmern unterrichtet, welche mit rund 63 Quadratmetern kleiner sind als die weiteren Schulzimmer, die bis zu 90 Quadratmeter gross sind. Die Eltern der betroffenen Schulklassen kritisieren, dass die Kinder unter dem Platzmangel leiden, wie der Landbote am Donnerstag berichtet.

So erzähle die Mutter eines betroffenen Schülers, dass die Kinder teilweise gar hinter dem Lehrerpult sitzen müssten. Ihrer Meinung nach habe die Stadt Winterthur bei der Schulraumplanung versagt. Weitere Elternteile gaben an, die Räume seien «sehr klein und nicht gerade kinderfreundlich». 

Externe Sprachheilschule belegt Klassenzimmer

Was die Eltern der Schüler besonders störe, sei, dass es eigentlich ausreichend Platz im Schulhaus hätte, damit alle Kinder in grösseren Klassenzimmern untergebracht werden könnten. Doch seit 2009 sei auch eine externe Sprachheilschule ins Schulhaus eingemietet. So würden nebst den rund 170 Primarschülerinnen und -schülern auch rund 70 Kinder der Sprachheilschule das Schulhaus besuchen – und reguläre Klassenzimmer belegen.

Der Mietvertrag sei 2019 um fünf Jahre verlängert worden – obwohl die Stadt laut einer Mutter wisse, «dass es Platz für die Schüler aus dem Quartier braucht». Es sei unverständlich, warum für die Sprachheilschule keine Alternative gesucht werde.

Schulstadtrat: Zimmer «für den Unterricht angemessen»

Laut Schulstadtrat Jürg Altwegg gebe es momentan allerdings kein anderes Schulgebäude, welches den Platzbedarf decken könnte. Zudem sei ein zentraler Standort für eine Sprachheilschule von Bedeutung. Eine Kündigung des Mietvertrags wegen schulischem Eigenbedarf sei nicht möglich.

Die zuständige Kreisschulpflegepräsidentein Chantal Galladé gebe an, dass es keine «systematische Probleme in den betreffenden Klassen» gebe. Der Wunsch nach mehr Platz sei an vielen Schulen vorhanden; das Schulhaus Altstadt bräuchte mehr Gruppenräume, was der Stadt auch mittgeteilt worden sei.

Alle als Schulzimmer genutzten Räume entsprechen laut Galladé den kantonalen Vorgaben, welche mindestens 2,5 Quadratmeter pro Schulkind vorsehen würden. Bei den betroffenen zwei Klassen mit je 22 Kindern wären dies 55 Quadratmeter – es hätten also sogar noch drei weitere Kinder pro Zimmer Platz. Die Empfehlung des Kantons, dass jedes Schulzimmer mindestens 72 Quadratmeter gross sein soll, werde aber nicht erfüllt.

Schulstadtrat Altwegg habe ebenfalls betont, dass alle Schulzimmer «für den Unterricht angemessen» seien. Bei historischen Bauten wie dem Altstadtschulhaus komme es vor, dass Schulzimmer die optimale Grösse nicht erreichen würden – allerdings könnten sie trotzdem gut genutzt werden. Den bis 2024 geltenden Mietvertrag mit der Sprachheilschule wolle man nicht auslaufen lassen, da sie «eine äusserst wichtige Aufgabe für Kinder mit besonderen Bedürfnissen» erfülle und es daher von Bedeutung sei, «dass sie den nötigen Schulraum hat».

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