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«Ich bin überzeugt: Wir können Pfadi Winterthur retten»

Der Traditionsclub Pfadi Winterthur könnte schon im Frühling Geschichte sein – dem Handballverein geht das Geld aus. Jetzt solidarisiert sich das Winterthurer Gewerbe: Mit Pfadi-Broten oder einem Bierkistenrennen werden Spenden gesammelt.

16.01.2019 / 12:41 / von: sfa
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Das Pfadi-Brot kostet 4.90 CHF - davon geht ein Franken an Pfadi Winterthur. (Bild: Bäckerei Lyner)

Das Pfadi-Brot kostet 4.90 CHF - davon geht ein Franken an Pfadi Winterthur. (Bild: Bäckerei Lyner)

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Der Hilfeschrei von Pfadi Winterthur ist laut und deutlich: Wenn bis Ende März nicht 400'000 Franken zusammenkommen, geht der Verein pleite.

Die Profimannschaft könnte im schlimmsten Fall nicht einmal mehr die laufende Saison zu Ende spielen. Und auch für die Nachwuchsabteilung wäre Schluss.

Und genau deshalb hat die Winterthurer Bäckerei Lyner eine Spendenaktion gestartet. Für jedes verkaufte «Pfadi-Brot» wird ein Franken an Pfadi Winterthur gespendet, sagt Inhaber Peter Lyner: «Pfadi Winterthur macht enorm viel im Jugendbereich. Wir brauchen solche Vereine für unsere Jugend. Wir merken das in der Lehrlingsausbildung: Wer in einem Verein Teamgefühl und andere Kompetenzen gelernt hat, hat enorme Vorteile.»

RADIO TOP Beitrag zu den Spendenaktionen für Pfadi Winterthur:

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Ähnlich wie das Pfadi-Brot funktioniert auch die Spendenaktion des Restaurants Al Giardino: Dort wird für jedes verkaufte Mittagessen ein Franken gespendet. Geschäftsführer Roland König ist zuversichtlich, dass die Winterthurer KMUs den Verein retten können: «Wenn jeder auch nur einen kleinen Beitrag leistet, kann das ein grosses Ausmass annehmen und eine grosse Wirkung entfalten. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass viele Leute mithelfen – egal ob mit kleinen oder mit grossen Beträgen.»

Nur: Die Spendenerträge aus dem Pfadi-Brot und den Mittagessen bei Al Giardino stopfen das Loch in der Pfadi-Kasse alleine noch nicht, dem sind sich die Gewerbebetreiber bewusst. Dass einer der Grosskonzerne mit Sitz in Winterthur in die Bresche springt und den Löwenanteil des benötigten Geldes beisteuert, ist bisher allerdings nicht absehbar. Volg, Burckhardt Compression und Autoneum sagen auf Anfrage von RADIO TOP, ein Engagement für Pfadi Winterthur passe nicht ins Sponsoring-Konzept. Andere Konzerne wollen keine Stellung nehmen oder haben auf entsprechende Anfragen nicht reagiert. Eine konkrete Zusage für eine Zusatzspende zugunsten von Pfadi Winterthur macht bisher jedenfalls keiner der Konzerne.

David Stahl, Geschäftsführer der Maler Schröckel AG, welche sich ebenfalls mit einer Spendenaktion beteiligt, findet es schade, dass die Grosskonzerne bisher nicht mitmachen: «Die Problematik ist vielleicht, dass die grossen Konzerne nicht gleich in der Stadt Winterthur verwurzelt sind wie die kleinen und mittleren Unternehmen. Umso wichtiger sind die kleinen und mittleren Firmen, die auch Leute aus Winterthur in der Geschäftsleitung haben, die wissen, wie wichtig Pfadi Winterthur für diese Stadt ist.»

Dennoch, auch ohne die Unterstützung der Grosskonzerne, sind die Winterthurer Betriebe zuversichtlich, dass sie das benötigte Geld zusammenbringen, sagt etwa Peter Lyner von der Bäckerei Lyner: «Der Franken aus dem Pfadi-Brot wird Pfadi Winterthur nicht retten, aber das ist unser Teil, den wir beitragen können. Ich bin überzeugt: Wenn jeder in Winterthur in seinem Umfeld aktiv wird, dann können wir Pfadi Winterthur retten. Es muss nicht jeder einen sechsstelligen Betrag hinblättern.»

Neben den erwähnten Betrieben beteiligen sich unter anderem auch die Brauerei Chopfab mit einem Bierkistenrennen oder die Papeterie Schoch mit einem Beitrag pro verkauftem Schulthek.

Neben den Spendenaktionen der Gewerbetreibenden läuft auch eine Crowdfunding-Aktion.

Innerhalb der ersten 24 Stunden sind bereits mehr als 20'000 Franken zusammengekommen.

Der Beitrag von TELE TOP zu den Spendenaktionen für Pfadi Winterthur: 

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