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Kampf um Winterthurer Stadtratssitz: Die Ausgangslage

Winterthur wählt am 7. Juli die Nachfolgerin oder den Nachfolger für SP-Stadträtin Yvonne Beutler. Es kommt zum Duell zwischen Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP). RADIO TOP präsentiert die Ausgangslage in einer umfassenden Wahlserie.

12.06.2019 / 06:00 / von: sfa
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Um die Nachfolge von Yvonne Beutler (SP) im Winterthurer Stadtrat kommt es zum Duell zwischen Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP). (Bilder: zVg/Collage RADIO TOP)

Um die Nachfolge von Yvonne Beutler (SP) im Winterthurer Stadtrat kommt es zum Duell zwischen Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP). (Bilder: zVg/Collage RADIO TOP)

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Die Ausgangslage zur Winterthurer Stadtratswahl:

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Der Rücktritt

Yvonne Beutler (SP) hat das Winterthurer Finanzdepartement während sieben Jahren geführt. Im April dann die überraschende Rücktrittsankündigung: Yvonne Beutler wechselt im Oktober als Beraterin in die Privatwirtschaft. Als Winterthurer Finanzvorsteherin bleibt Yvonne Beutler vor allem als diejenige in Erinnerung, welche der Bevölkerung zwei rigorose Sparpakete schmackhaft machen musste. Winterthur war gemeinhin als «Griechenland der Schweiz» bekannt.

Der Favorit

Kaspar Bopp soll den frei werdenden Sitz für die SP verteidigen. Bopp ist 40 Jahre alt, arbeitet als Projektleiter bei der AXA und sass knapp drei Jahre für seine Partei im Grossen Gemeinderat Winterthur. Die SP hat als stärkste Partei Winterthurs gute Chancen, ihren Sitz zu verteidigen. Allerdings weist Kaspar Bopps Kandidatur zwei Makel auf: Erstens ist er 2016 aus dem Gemeinderat zurückgetreten und war seither nicht mehr in der Politik aktiv. Zweitens hätten sich gerade linke Kreise für Beutlers Nachfolge wiederum eine Frau gewünscht. Falls Kaspar Bopp die Wahl schafft, würden im siebenköpfigen Winterthurer Stadtrat nämlich nur noch zwei Frauen sitzen.

Die Verfolgerin

Die GLP greift den frei werdenden Stadtratssitz der SP als einzige Partei an. Sie hat ihre langjährige Gemeinderätin Annetta Steiner aufgestellt. Steiner ist 54 Jahre alt, arbeitet als Beraterin im Umweltbereich und ist seit neun Jahren im Gemeinderat – davon ein Jahr lang als Gemeinderatspräsidentin. Bereits bei den Gesamterneuerungswahlen vor einem Jahr kandidierte Steiner für den Stadtrat und fürs Stadtpräsidium – und scheiterte deutlich. Dieses Jahr hofft sie, auf der grünen Welle bis in den Stadtrat zu reiten. Ausserdem kann sie auf die Unterstützung von Teilen der Bürgerlichen zählen: FDP und EVP unterstützen Steiners Kandidatur offiziell.

Der Unentschlossene

Zeno Dählers (EDU) Stadtratskandidatur geht als die kürzeste Kandidatur überhaupt in die Geschichte Winterthurs ein: Gerade einmal zwei Wochen lang war Dähler Stadtratskandidat. Seine Kandidatur war von Anfang an chancenlos, weil keine der grossen Parteien ihn unterstützte – nicht einmal die CVP, mit welcher er im Gemeinderat eine gemeinsame Fraktion bildet. Einen Monat vor der Wahl hat Zeno Dähler freiwillig die Notbremse gezogen und seine Kandidatur zurückgezogen: Aus beruflichen Gründen habe er zu wenig Zeit für den Wahlkampf, so Dähler.

Die Abwesende

Die SVP hat seit der Gesamterneuerungswahl 2018 und der Abwahl von Josef Lisibach keinen Winterthurer Stadtratssitz mehr inne – und hat sich trotzdem entschieden, den frei werdenden SP-Sitz nicht anzugreifen. Die Partei hat es nicht geschafft, kurzfristig einen geeigneten Kandidaten aufzutreiben. Für dieses Versäumnis hat die Winterthurer SVP seitens der Kantonalpartei einen Rüffel erhalten. Auch innerhalb des bürgerlichen Lagers sorgte dies für Kopfschütteln. Die SVP unterstützt auch keinen der anderen Kandidaten, sie hat Stimmfreigabe beschlossen.

Am 18. Juni stellen sich die Kandidaten für die Winterthurer Stadtratswahl am TOP POLIT PODIUM im «gate27» der Bevölkerung vor. Der Eintritt ist frei. RADIO TOP überträgt die Diskussion live, TELE TOP zeigt das Gespräch am Mittwochabend, 19. Juni 2019, ab 18:30 Uhr (zweistündlich wiederholt).

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