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Kaspar Bopp: «Das ist eine Unschönheit an meiner Kandidatur»

Kaspar Bopp will für die SP den frei werdenden Winterthurer Stadtratssitz verteidigen. Im Porträt erzählt er, welche Rolle die Geschlechterfrage bei der Wahl spielt und weshalb er als Winterthurer Stadtrat seinen Fokus aufs Stadtpersonal legen würde.

13.06.2019 / 06:00 / von: sfa
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Kaspar Bopps Kandidatur weist zwei Mängel auf: Er war drei Jahre nicht auf der Politbühne präsent - und er ist ein Mann. (Bild: TELE TOP)

Kaspar Bopps Kandidatur weist zwei Mängel auf: Er war drei Jahre nicht auf der Politbühne präsent - und er ist ein Mann. (Bild: TELE TOP)

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Kaspar Bopp ist 40 Jahre alt, Vater von drei Kindern und arbeitet als Projektleiter bei der AXA. Als die Winterthurer SP Bopp als Kandidat für die Nachfolge von Yvonne Beutler präsentierte, war die Überraschung gross: Bopp sass knapp drei Jahre für die SP im Winterthurer Gemeinderat, trat aus diesem aber 2016 zurück – und war seither von der Politbühne verschwunden.

Kaspar Bopp im RADIO TOP Porträt:

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Sein Rücktritt aus dem Gemeinderat schliesse die jetzige Kandidatur aber keinesfalls aus, betont Bopp: «Der Grund für meinen Rücktritt war ja nicht, dass ich keine Lust auf die Politik mehr hatte. Im Gegenteil sogar: Ich habe die Politik seither vermisst. Der Grund war, dass meine Frau und damalige Partnerin eine Ausbildung begonnen hat. Das war immer ein Geben und Nehmen: Sie hat mir das Amt als Gemeinderat ermöglicht, wir haben immerhin drei Kinder zusammen… Danach habe ich ihr mit meinem Rücktritt aus dem Gemeinderat die Ausbildung ermöglicht.»

Auch beruflich sei jetzt der ideale Zeitpunkt, um wieder in die Politik einzusteigen, so Bopp weiter: «Ich war vor drei Jahren beruflich in einer sehr intensiven Phase. Jetzt hat sich das etwas beruhigt, ich habe gerade ein grösseres Projekt abgeschlossen – jetzt passt einfach alles zusammen.»

Neben Bopps dreijähriger Polit-Abstinenz und seiner damit einhergehenden fehlenden Bekanntheit in Winterthur trägt Bopps Kandidatur einen zweiten Makel: Weite Teile der Linken forderten direkt nach Yvonne Beutlers Rücktrittsankündigung eine erneute Frauenkandidatur seitens der SP. Mit Kaspar Bopp stellte die SP dann allerdings einen Mann auf.

Nicht ideal, gibt auch Bopp selber zu: «Das ist sicher eine Unschönheit an meiner Kandidatur. Uns von der SP war eine gute Durchmischung immer wichtig, dahinter stehen wir weiterhin. Man muss aber sehen: Wir von der SP haben in den letzten zehn Jahren ausschliesslich Frauen für den Stadtrat nominiert. Die Findungskommission hat auch diesmal intensiv nach Frauenkandidaturen gesucht. Aber für alle geeigneten Frauen hat nun mal der Moment nicht gestimmt.»

Als Winterthurer Stadtrat würde Kaspar Bopp einen Fokus auf die Personalpolitik legen. Das Winterthurer Stadtpersonal habe unter den Sparpaketen der letzten Jahre gelitten, musste etwa wiederholt auf Lohnerhöhungen verzichten. Das mache sich jetzt bemerkbar, so Bopp: «Mir ist wichtig, dass wir mit dem Personal wieder einen wertschätzenden Umgang finden. Momentan ist zu viel Druck vorhanden. Mit motivierterem Personal kommen wir weiter, wir müssen eine Aufbruchsstimmung schaffen. Wir müssen ihnen auch Raum geben, um mitzugestalten und um nicht nur die Vorgaben zu erfüllen. Da haben wir sehr viel Potenzial.»

Bei der Ersatzwahl in den Winterthurer Stadtrat am 7. Juli tritt Kaspar Bopp gegen Annetta Steiner von der GLP an. Der Sitz wird frei, weil die SP-Finanzvorsteherin Yvonne Beutler nach sieben Jahren im Amt in die Privatwirtschaft wechselt.

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