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Mehr auf der Wiese, weniger im Kübel: Städte kämpfen gegen Abfall

Die Corona-Pandemie macht viele zu Abfallsündern: Statt im öffentlichen Abfallkübel landen Take-Away-Verpackungen und Masken zunehmend in der Wiese. Städte und Gemeinden haben nun höhere Ausgaben, weil sie den Abfall zusammensuchen müssen.

20.04.2021 / 16:17 / von: sda/mma
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Zu oft landet der Abfall auf der Wiese und nicht im Eimer. (Symbolbild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Zu oft landet der Abfall auf der Wiese und nicht im Eimer. (Symbolbild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

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In den vergangenen Jahren ging das Littering-Problem in den Schweizer Städten und Gemeinden eigentlich leicht zurück. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben die Reinigungsdienste aber wieder deutlich mehr zu tun. Allzu häufig landen die Take-Away-Verpackungen und Bierdosen auf der Wiese und der Strasse statt im Abfallkübel.

In vielen Schweizer Städten und Gemeinden würden die Reinigungskosten aktuell steigen, teilte die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) am Dienstag mit. Die IGSU lanciert unter anderem Präventionskampagnen für eine litteringfreie Schweiz.

Weniger Geld für Spielplätze

In Winterthur beispielsweise, das finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, müssen diese Kosten bereits anderswo kompensiert werden, etwa bei der Pflege von Parkanlagen oder bei der Erneuerung von Spielplätzen. Peter Hirsiger, Leiter des Strasseninspektorats, hat beobachtet, dass die Abfallmenge in den öffentlichen Kübeln zurückgeht, während die Menge auf der Wiese und der Strasse zunimmt.

Die Abfallkübel sind also nicht ständig überfüllt, was das richtige Entsorgen schwierig machen würde. Die Winterthurerinnen und Winterthurer sind schlicht zu bequem, um sich mit ihren Verpackungen und Bierdosen dorthin zu bewegen.

Auch in Buchs (SG) drückt das Littering gemäss IGSU bereits auf die Stadtkasse. Strassenkreisinspektor Urs Kurath rechnet damit, dass sich die Kosten für die Entsorgung während Corona deutlich erhöhen werden. «Es muss wieder mehr sensibilisiert werden.»

Doppelt so viel Abfall in Arosa

Eine Sensibilisierungskampagne startete bereits Arosa, das in diesem Winter halb so viele Gäste, aber doppelt so viel Abfall hatte. Die Gemeinde will Gäste und Einheimische nun dazu animieren, mindestens drei Gegenstände einzusammeln und Bilder davon in den Sozialen Medien zu teilen.

Andere Gemeinden versuchen, mit Flyern und Plakaten daran zu erinnern, dass Energydrink-Dosen und Verpackungen nicht auf die Wiese gehören. Die IGSU wird im Juni zudem «Botschafter-Teams» in die Städte und Gemeinden schicken, die Passantinnen und Passanten an das Thema Littering erinnern, etwa beim Picknick im Park.

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