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Nur wenige Verstösse: Bevölkerung hält sich gut an Maskenpflicht

Die vor über drei Monaten verschärfte Maskentragpflicht wird in der Schweiz mehrheitlich gut befolgt. Doch die Ausnahmen bestätigen die Regel - und Demonstrationen sorgen für Ausreisser in der Berner Statistik.

11.01.2021 / 14:45 / von: mle/sda
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Die vor über drei Monaten verschärfte Maskentragpflicht wird in der Schweiz mehrheitlich gut befolgt. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Die vor über drei Monaten verschärfte Maskentragpflicht wird in der Schweiz mehrheitlich gut befolgt. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Die von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA angefragten Kantonspolizeien sind zufrieden mit dem Verhalten der Bevölkerung betreffend der Maskentragpflicht. Sie verweisen darauf, dass die Einsatzkräfte auf ihren Patrouillen im Dialog und mit Augenmass und Verhältnismässigkeit agieren würden. «Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Bürgerinnen und Bürgern bei der Umsetzung der Massnahmen zu helfen», hiess es etwa bei der St.Galler Kantonspolizei.

«Die Situation ist für die Bevölkerung schwierig, und diesem Umstand tragen wir Rechnung», hiess es zudem bei der Kantonspolizei Solothurn. In der Regel seien die Leute nach einem Gespräch vernünftig und könnten dazu gebracht werden, die Maske zu tragen, liess zudem die Bündner Kantonspolizei verlauten.

Verstärkte Präsenz in Basler Innenstadt

Die Mitarbeitenden der Polizeikorps führen in der Regel keine expliziten Kontrollen für das Einhalten der Maskentragpflicht durch. Bei ihren üblichen Patrouillen werden fehlbare Personen auf fehlende Masken hingewiesen. Zudem gehen sie Meldungen aus der Bevölkerung nach.

Neben der Kantonspolizei Obwalden, die im öffentlichen Raum «stark präsent» ist, hat aber auch die Kantonspolizei Basel-Stadt die Präsenz der Fusspatrouillen seit der Adventszeit in der Innenstadt deutlich erhöht. Der Erklärungsbedarf habe über die letzten Wochen klar abgenommen. Die Kontrollen würden zudem mehrheitlich problemlos verlaufen, Renitenz gebe es nur «in ganz seltenen» Fällen.

Bern: Anzeigen wegen Demonstrationen

Verwarnungen durch die Polizei gibt es etwa im Glarnerland bei offensichtlicher Missachtung der Maskenpflicht. Wenn nötig, im Falle renitenten Verhaltens oder in Zürich bei «schwerwiegender oder wiederholter Missachtung» kann auch eine Strafanzeige erstellt werden. Im Kanton Zürich kam es von Mitte November bis Ende 2020 zu fast 3000 Ermahnungen und zu «einer Handvoll Verzeigungen». Bei der Stadtpolizei Zürich waren es im Zeitraum zwischen 19. Oktober und 4. Januar deren 39.

In Bern sind Anzeigen vor allem rund um Demonstrationen ausgestellt worden. Bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland sind allein im Dezember 21 Widerhandlungen gegen die Maskenpflicht behandelt worden.

Strafmass unterschiedlich je nach Kanton

Im Kanton Aargau gab es bislang 29 Fälle von Personen, welche die Maskentragepflicht verletzten, im Kanton St.Gallen hat die Staatsanwaltschaft fünf Strafbefehle erlassen und im Kanton Thurgau wurden bislang zwei Personen zur Anzeige gebracht. Der Kanton Waadt wiederum führt alle Delikte im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeinsam auf. Im Dezember waren es insgesamt 148 Delikte.

Wird schliesslich eine Busse ausgestellt, liegt diese je nach Kanton und Fall zwischen 100 und 250 Franken, wobei 250 Franken der Empfehlung der Schweizerischen Konferenz der Staatsanwälte (SSK) entspricht. In Genf steigt die Busse im Wiederholungsfall im Wiederholungsfall exponentiell an. In diesem Kanton - wo das Tragen einer Maske in einem Fahrzeug vorgeschrieben ist, wenn die Insassen nicht zum selben Haushalt gehören - wurden am meisten Verstösse in Bereichen mit viel Verkehr und Fahrzeugen erfasst.

Keine separaten Covid-Statistiken

Noch keine Anzeigen gab es bislang etwa in den Kantonen Uri, Schaffhausen, Solothurn und Graubünden. Die meisten Kantone führen zudem keine separate Statistik über die Verfehlungen in Zusammenhang mit der Maskenpflicht oder den Corona-Massnahmen.

Auch die SBB führen keine Statistik über Verfehlungen. Doch auch sie zeigten sich auf Anfrage weiterhin zufrieden mit dem Einhalten der Maskenpflicht. In Einzelfällen komme es aber vor, dass das Zugpersonal die Sicherheitsdienste beiziehen müsse, weil sich jemand ohne Maske weigere, den Zug zu verlassen.

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