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Pfadi-Pleite: Viel Anteilnahme, aber keine Spendierlaune

Die drohende Pleite von Pfadi Winterthur sorgt in der Politik für besorgte Gesichter und «zerrissene Herzen». Ein städtischer Beitrag zur Rettung von Pfadi dürfte im Parlament aber wenig Chancen haben.

17.01.2019 / 12:02 / von: vbu
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Noch ist unklar, ob es auch in Zukunft zu solchen Kampf-Bildern von Pfadi kommt (Bild: deuring Photography).

Noch ist unklar, ob es auch in Zukunft zu solchen Kampf-Bildern von Pfadi kommt (Bild: deuring Photography).

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Der Winterthurer Traditionsverein Pfadi Winterthur hat am Dienstag bekannt gegeben, dass der Konkurs droht. Treibt der Handballverein nicht bis Ende März 400‘000 Franken auf, ist er nicht mehr zahlungsfähig. Es droht die Pleite. Nun läuft eine Crowdfunding-Aktion, diverse Winterthurer Unternehmen beteiligen sich mit weiteren Aktionen an der finanziellen Rettung von Pfadi.

Seitens der Stadt können die Handballer aber nicht auf Unterstützung hoffen. Der Winterthurer Stadtrat hat gegenüber RADIO TOP klargestellt, dass ein finanzieller Zustupf der Stadt nicht in Frage kommt.

Auch im Parlament sieht es eher düster aus für Pfadi. Das zeigte eine kurze Umfrage unter Winterthurer Gemeinderäten. «Die Frage zerreisst mir das Herz», sagt FDP-Fraktionschef Urs Hofer: «Privat würde ich mir wünschen, dass Pfadi Winterthur das Überleben gelingt. Aber politisch ist für mich klar, dass die Stadt nicht als Geldgeberin für private Institutionen auftreten kann.» Ähnlich tönt es auf linker Seite. Für Renate Dürr von den Grünen ist ein städtischer Beitrag an Pfadi vor allem aus Gründen der Gleichbehandlung kein Thema: «Jeder auch noch so kleine Verein muss seine Gelder und Sponsoren selbst auftreiben.» Insofern sei es schlicht nicht vertretbar, dass für Pfadi eine Ausnahme gemacht wird. Dieses Argument führt auch SP-Gemeinderätin Maria Sorgo an. Sie sieht vorerst die Vereinsführung von Pfadi Winterthur in der Pflicht: «Bevor wir in der Politik Massnahmen beschliessen, muss der Verein konkrete Vorschläge erarbeiten. Diese können wir dann diskutieren.»

Für SVP-Gemeinderätin Gabriella Gisler demgegenüber kommt ein städtischer Beitrag durchaus in Frage. Sie betont, dass es sich um einen einmaligen Zustupf handeln würde, keine längerfristige Finanzierung. Konkrete Vorstösse hat Gisler keine geplant, aber sie kündigt an: «Die finanzielle Situation von Pfadi werden wir sicher noch besprechen innerhalb der SVP-Fraktion.»

Dieses Votum dürfte Pfadi zwar Hoffnung machen. Fakt bleibt aber: Ein städtischer Beitrag zur Rettung des Vereins dürfte im Winterthurer Parlament keine Mehrheit finden.

RADIO TOP befragt Politiker zur möglichen Rettung von Pfadi Winterthur:

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