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Politiker und Experten fordern Massnahmen wegen Extremistengruppe «Eisenjugend»

Ein 19-jähriger Student aus Winterthur steckt hinter der rechtsextremen Gruppe «Eisenjugend». Es ist aber nicht der erste Fall von Extremismus. Aktivisten und Experten sind daher nicht überrascht – fordern aber zusammen mit Politikern Massnahmen.

07.08.2020 / 17:45 / von: cgr/ska/lny
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Die Behörden sollen die Lage rund um die Extremisten genau im Auge behalten. Das fordern Politiker, Aktivisten und Extremismusexperten. (Symbolbild: pixabay.com/counselling)

Die Behörden sollen die Lage rund um die Extremisten genau im Auge behalten. Das fordern Politiker, Aktivisten und Extremismusexperten. (Symbolbild: pixabay.com/counselling)

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Antirassismus-Aktivisten fordern nach den Enthüllungen um die Winterthurer Extremistengruppe «Eisenjugend» dringend Massnahmen. Der «Tages-Anzeiger» hat am Freitag unter anderem Chatprotokolle der Gruppe öffentlich gemacht. Demnach will ein 19-jähriger Winterthurer Student einen Rassenkrieg anzetteln.

Dina Wyler von der Zürcher Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus fordert, dass die Behörden die «Eisenjugend» genau im Auge behalten und sich untereinander stärker vernetzen. Denn es bringe gar nichts, wenn sich die Behörden nun gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, so Wyler.

Auch Politiker fordern von den Behörden, dass sie die Sache genau im Auge behalten. Dazu ist im Winterthurer Gemeinderat seit dem Frühling ein Vorstoss von der Grünen/AL-Fraktion hängig. Mit diesem forderte die Fraktion genauere Details zu den Rechtsextremisten in der Stadt Winterthur.

Mit den neuen Details werde dieser Vorstoss umso dringender, sagt der Grüne Winterthurer Gemeinderat Reto Diener. «Links- und Rechtsextremismus müssen beide im Auge behalten werden», wendet SVP Gemeinderat Thomas Wolf ein. Trotzdem sei die rechtsextreme Gruppe nicht tolerierbar.

Wie Winterthurer Gemeinderäte auf die Enthüllungen um die «Eisenjugend» reagieren, im Beitrag von RADIO TOP:

audio

Wenig Überraschung bei den Aktivisten und Experten

Überrascht über die Enthüllung rund um die «Eisenjugend» ist Dina Wyler aber nicht. Rechtsextreme Gruppen seien in der Schweiz nämlich keine Seltenheit. Auch der Extremismusexperte Samuel Althof ist nicht überrascht. Es gebe immer wieder solche Gruppierungen, welche sich dann wieder auflösen. Die Situation müsste natürlich scharf beobachtet werden. Für Althof gibt es jedoch bloss zwei mögliche Zukunftsszenarien: Entweder wird der junge Rechtsextremist straffällig oder er steigt mit einem Programm aus der rechtsextremen Szene aus.

Gegenüber TELE TOP betont der Extremismusexperte Dirk Baier, dass es in der rechtsextremen Szene momentan zwar relativ ruhig zu und her gehe. Trotzdem dürfe man die Gefahr von Einzeltätern nicht unterschätzen: «Wenn sich eine rechtsradikale Person an ausländischen Gewalttaten wie beispielsweise Halle (DE) orientiert, ist es generell nicht ausgeschlossen, dass es auch in der Schweiz zu solchen Szenen kommen kann.»

Im Interview mit TELE TOP erläutert der ZHAW-Extremismusexperte Dirk Baier, inwiefern jetzt die Behörden im Fall «Eisenjugend» am Ball sind:

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