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Sanierung des Rosenbergtunnels könnte Abriss der Olma-Halle 9 bedeuten

Im Rahmen des Strassenentwicklungsprogrammes STEP will der Bund den Rosenbergtunnel der St.Galler Stadtautobahn sanieren. Das könnte deftige Folgen für die Halle 9 der Olma Messen haben.

20.02.2024 / 18:37 / von: gac
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Der Rosenbergtunnel der A1 unterquert die Stadt St. Gallen und soll eine dritte Röhre erhalten. (KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Der Rosenbergtunnel der A1 unterquert die Stadt St. Gallen und soll eine dritte Röhre erhalten. (KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Das Bundesamt für Strassen «Astra» hat von den nationalen Räten den Auftrag erhalten, den Rosenbergtunnel der St.Galler Stadtautobahn zu sanieren. Das bringt die Halle 9 der Olma Messen nun definitiv in Gefahr, wie ein internes Dokument belegt, das den TOP Medien vorliegt. Die Hallen der Olma liegen zu einem grossen Teil direkt über der geplanten dritten Röhre des Rosenbergtunnels. Die Olma Messen sprechen mittlerweile auf ihrer Website von drei Varianten, die sich derzeit in Prüfung befinden. Die Angaben auf der am Dienstag aufgeschalteten Seite decken sich mit unseren Informationen.

Doch von vorne: Die dritte Röhre am Rosenberg ist erforderlich, damit die anderen beiden bestehenden Röhren des Tunnels abwechselnd saniert werden können. Dies ist nur möglich, wenn der Verkehrsfluss mit einer dritten Röhre beibehalten werden kann. Ohne eine dritte Röhre wäre es nicht möglich, das tägliche Verkehrsaufkommen zu bewältigen, während eine der bestehenden Röhren gesperrt ist. Ausserdem soll die dritte Röhre dereinst mehr Kapazität für den Verkehr auf der St.Galler Stadtautobahn schaffen.

Jetzt ist allerdings das Problem, dass die dritte Röhre vom Ostportal her zunächst an der frischen Luft gebaut wird. Erst tiefer im Berg wird der Tunnel laut den Angaben im sogenannten bergmännischen Vortrieb erstellt, wie es heisst. Der Boden unter der Halle 9 wird jedoch im sogenannten Tagbau ausgehöhlt. Bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, gibt es laut unseren Informationen und offiziellen Angaben für die Halle 9 deshalb die folgenden drei Möglichkeiten:

  • Die Halle 9 wird während der Bauarbeiten für die dritte Röhre von unten abgestützt
  • Die Halle 9 wird während der Bauarbeiten für die dritte Röhre zu einem Teil abgerissen
  • Die Halle 9 wird während der Bauarbeiten für die dritte Röhre ganz abgerissen

Diese drei Vorgehensweisen sind zurzeit beim «Astra» in Abklärung. Alle drei Vorgehensweisen haben unterschiedliche Preisschilder, wie es heisst. Zu näheren Angaben hüllen sich die Messen und das «Astra» auf Anfrage der TOP-Medien in Schweigen. Auf der Website geben die Olma Messen an, dass das «Astra» die Olma Messen in jedem Fall «schadlos halten wird».

Unsere Anfrage, welche Beträge der öffentlichen Hand dabei zur Last fallen werden, bleibt unbeantwortet. Die Olma Messen äussern sich auf der Website einzig zur Bedeutung der Halle 9 für das eigene Kongressgeschäft. Die Halle sei auch während der Bauarbeiten unverzichtbar und würde gegebenenfalls schon während der Bauphase am Tunnel ersetzt. Wo, das sei zurzeit unklar. Sicher sei einzig, dass am jetzigen Standort der Halle 9 definitiv eine neue Messehalle entstehen wird.

Ziel der Olma Messen sei es, das eigene Umsatzvolumen zu erhalten. Dafür sei unter anderem die Kongress-Infrastruktur unverzichtbar, wo jährlich 25 Kongresse und Tagungen stattfinden. 

Der Baustart der dritten Röhre des Rosenbergtunnels ist gemäss den Angaben frühestens für das Jahr 2030 geplant. Die Sanierung der bestehenden Tunnelröhren am St.Galler Rosenberg stünde dann ab 2037 ins Haus.

 

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Michael Hofer
am 21.02.2024 um 13:41
Da sehen wir einmal mehr was uns neue Straßen zu bauen wirklich kostet. Nebst der Lebensgrundlage Natur und hohen Krankenkassenrechnungen. Darum empfehle ich an alle Menschen sich gegen jedes Straßenbauprojekt zu wehren.