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Stadt Winterthur rutscht wieder in die roten Zahlen

Nach Jahren der positiven Abschlüsse schreibt die Stadt Winterthur wieder rote Zahlen: Die Rechnung 2023 schliesst mit einem Minus von 2,9 Millionen Franken, wie der Stadtrat am Dienstag mitteilte. Ein neues Sparprogramm ist derzeit aber nicht geplant.

09.04.2024 / 11:28 / von: lme/sda
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Die Stadt Winterthur rutscht zurück in die roten Zahlen. Einer der Hauptgründe dafür sind die Unternehmen, die deutlich weniger Steuern abliefern. (Archivbild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Die Stadt Winterthur rutscht zurück in die roten Zahlen. Einer der Hauptgründe dafür sind die Unternehmen, die deutlich weniger Steuern abliefern. (Archivbild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

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Budgetiert gewesen war ein Minus von zwei Millionen Franken. Für Finanzvorsteher Kaspar Bopp (SP) ist das Ergebnis von minus 2,9 Millionen Franken deshalb «nahezu eine Punktlandung».

Auffallend sind bei der Rechnung 2023 die eingebrochenen Unternehmenssteuern: Die in Winterthur ansässigen Firmen lieferten 24 Millionen Franken weniger ab als budgetiert. Dies entspricht einem Einbruch von 30 Prozent.

Wie Bopp am Dienstag vor den Medien ausführte, gibt es in Winterthur ein «gutes Dutzend» Unternehmen, die relevant Steuern zahlen. Sie hätten grosse Freiheiten, wie sie ihre Zahlungen über die Jahre hinweg verteilen wollten. Je nach dem, ob sie mehr oder weniger Akonto-Zahlungen leisten, steigen oder sinken die Steuererträge.

Steuersenkung macht sich bemerkbar

Bemerkbar machen sich laut Bopp aber auch die tieferen Unternehmenssteuern, die vor drei Jahren in Kraft traten. Weil der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) auf kantonaler Ebene eine weitere Senkung plant, fürchtet die Stadt Winterthur nun, dass der Trend bei den Unternehmenssteuern weiter nach unten geht.

«Die geplante zweite Steuersenkung dürfte uns weitere zehn Millionen Franken kosten», sagte Bopp. Der Stadtrat habe sich deshalb auch schon kritisch zu dieser Vorlage der Regierung geäussert.

Die Stadt hatte im vergangenen Jahr aber auch zusätzliche Ausgaben, etwa bei den Schulen. Dort gab es Mehrausgaben für das kantonal angestellte Lehrpersonal. Dies, weil der Regierungsrat die 3,5 Prozent Teuerungsausgleich erst dann genehmigte, nachdem Winterthur bereits fertig budgetiert hatte.

Mehr Geld kosteten auch die schulergänzende Betreuung, die Sonderschulung und das Fach «Deutsch als Zweitsprache». Die Zusatzausgaben im Schulbereich beliefen sich auf insgesamt 14,4 Millionen Franken.

Verschuldung pro Kopf steigt wieder

Das zweckfreie Eigenkapital der Stadt sank im vergangenen Jahr um 133 Millionen Franken auf noch 234 Millionen. Diese Abnahme bedeutet, dass auch die Verschuldung pro Kopf wieder ansteigt: von 7786 Franken im Vorjahr auf 9072 Franken im Jahr 2023.

Bopp betonte jedoch, dass ein Teil dieser zusätzlichen Pro-Kopf-Verschuldung auf eine neue Verbuchungsmethode von Energielieferverträgen bei Stadtwerk zurückzuführen sei. Diese neue Verbuchung führe dazu, dass das Eigenkapital sinkt.

Alarmiert ist der Stadtrat durch die Zahlen aus dem vergangenen Jahr noch nicht. Aktuell gebe es noch keine Pläne für ein neues Sparprogramm, sagte Bopp. Wenn die Kosten aber weiter mehr steigen als die Einnahmen, «müssen wir darüber nachdenken». Wichtig sei jetzt, die Bedürfnisse strikt zu priorisieren.

In den vergangenen Jahren schrieb die Stadt Winterthur jeweils noch Überschüsse in Millionenhöhe. Für das Jahr 2022 resultierte ein Plus von 60 Millionen Franken, im Jahr 2021 waren es sogar 70 Millionen gewesen. Letztmals rote Zahlen schrieb Winterthur im Pandemie-Jahr 2020, als ein Loch von 8,3 Millionen Franken in der Kasse blieb.

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