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Stadt Winterthur soll 144 Millionen in Pensionskasse einschiessen

Die Winterthurer Pensionskasse (PKSW) ist immer noch in Schieflage. Der Stadtrat schlägt deshalb eine Einmaleinlage in Höhe von 144 Millionen Franken vor. Die Arbeitnehmenden sollen weiter Sanierungsbeiträge leisten.

19.12.2017 / 13:28 / von: vdi/sda
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Als nächstes wird das Stadtparlament über den Sanierungsvorschlag debattieren. (Bild: RADIO TOP / Michel Eggimann)

Als nächstes wird das Stadtparlament über den Sanierungsvorschlag debattieren. (Bild: RADIO TOP / Michel Eggimann)

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Bei der Winterthurer Pensionskasse klafft ein Loch von 210 Millionen Franken. Per Ende Dezember 2016 lag der Deckungsgrad bei nur 94,5 Prozent. Ginge es nach dem PKSW-Stiftungsrat, würde die Stadt die ganzen 210 Millionen Franken einschiessen.


Dies würde aber die Stadtkasse zu sehr belasten. Daher haben sich Stadt und PKSW auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sei ein «sinnvoller und wirkungsvoller Vorschlag» für eine nachhaltige Sanierung, sagte Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) am Dienstag vor den Medien.

Die Stadt soll die Aufwertung des Rentner-Vorsorgekapitals in Höhe von 144 Millionen Franken übernehmen und zwar in Form einer Annuitätenschuld für die Dauer von zehn Jahren. Der Zinssatz liegt bei 2,25 Prozent. Der Stadtrat soll, in Absprache mit dem Stiftungsrat der PKSW, aber vorzeitig aussteigen können.

Die 144 Millionen Franken dienen der Nachfinanzierung der laufenden Renten. Diese wurden in dieser Höhe nicht vom Stiftungsrat sondern noch von der Stadt versprochen, vor der Verselbständigung der Pensionskasse. Die Stadt stehe zur ihrer Verantwortung aus der Vergangenheit, betonte Künzle.
Die restlichen rund 66 Millionen Franken des Sanierungsbedarfs müssen Arbeitgeberin und Arbeitnehmende erbringen. Der bisherige Beitrag bleibt daher voraussichtlich bis ins Jahr 2024.

RADIO TOP Beitrag zur Sanierung der städtischen Pensionskasse:

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Parteien von links bis rechts sind unzufrieden über die geplante Sanierung der städtischen Pensionskasse Winterthur. Den Einen ist der Betrag mit dem sich die Stadt beteiligen will zu tief, den Anderen zu hoch.

Die neusten Pläne der Stadt kommen in der Winterthurer Politik nicht gut an. Parteien von links bis rechts kritisieren das Vorhaben zur Sanierung der Pensionskasse. D SP sorgt sich um das Personal. Die Winterthurer SP-Gemeinderätin Maria Sorgo sagt: «Ich mache mir Sorgen, dass die Arbeitnehmer zu schlecht wegkommen.»

Die Grünen finden, dass die Stadt weniger zahlen sollte als 144 Millionen Franken, um die Pensionskasse zu retten. Sie denken an den Steuerzahler. Die SVP geht noch einen Schritt weiter. SVP-Gemeinderat Michael Gross fordert: «Die Steuerzahler müssen Einsitz nehmen im Stiftungsrat der Pensionskasse. Zudem müssen die Sanierungsbemühungen jetzt nochmals verstärkt werden.»

Zur Pensionskassen-Sanierung hat der PKSW-Stiftungsrat bereits ein neues Vorsorgemodell beschlossen, das auf den 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Dabei wird der technische Zinssatz von 2,75 auf 2,25 Prozent gesenkt.

Der Umwandlungssatz, der momentan 6,8 Prozent beträgt und ab 2019 noch 6,0 Prozent, sinkt bis 2024 schrittweise auf 5,0 Prozent. Die Ehegatten-/Partnerrente wird von 66 auf 60 Prozent gesenkt.

Um das Leistungsniveau möglichst zu erhalten, werden dafür die Sparbeiträge erhöht werden. Für Versicherte der Jahrgänge 1955 bis 1968 sowie für tiefere Einkommen sind Massnahmen zur teilweisen Kompensation vorgesehen.

Trotzdem werden die Altersrenten in Zukunft niedriger ausfallen. Je nach Einkommen und Jahrgang sind es 5 bis 13 Prozent weniger im Vergleich zu heute. «Wir muten dem Personal viel zu», sagte PKSW-Präsident Jorge Serra. Die laufenden Renten und jene, die bis Ende 2019 dazukommen, sind von den Kürzungen nicht betroffen.

Als nächstes wird das Stadtparlament über den Sanierungsvorschlag debattieren. Dann kommt der städtische Sanierungsbeitrag von 144 Millionen Franken noch vors Volk.

 

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