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Sulzer verlässt Russland nun doch vollständig

Sulzer zieht sich vollständig aus dem russischen Markt zurück. Wurden nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine und den globalen Sanktionen gegen Russland vorerst noch Teile des Geschäfts weitergeführt, sollen die Aktivitäten nun verkauft werden.

24.05.2022 / 07:14 / von: sda/ame
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Sulzer zieht sich nun doch aus dem Russland-Geschäft zurück. (Archivbild: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

Sulzer zieht sich nun doch aus dem Russland-Geschäft zurück. (Archivbild: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

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Der Verkaufsprozess beginne mit sofortiger Wirkung, teilte der Winterthurer Industriekonzern am Dienstag mit. Sulzer bedauert die Notwendigkeit des Entscheids nach jahrzehntelanger Tätigkeit in Russland. Nach sorgfältiger Prüfung der möglichen Optionen sei man jedoch zum Schluss gekommen, dass dies die beste Lösung für alle Stakeholder sei.

«Es steht das ganze Sulzer-Geschäft in Russland zum Verkauf: unser lokales Servicegeschäft, das Chemtech-Geschäft und das Pumpen Sales-Office inklusive die dazugehörenden Serviceaktivitäten», erklärte ein Sulzer-Sprecher gegenüber AWP.

Betreffend eines möglichen Käufers seien alle Möglichkeiten offen. So könne es das lokale Management in Russland sein oder ein anderer privater Käufer, der mit dem «Sanktionsregime compliant» sei. Zu finanziellen Einzelheiten könne er sich aber nicht äussern, da diese stark von den Eckwerten des konkreten Verkaufs abhingen.

Sulzer musste wegen der gegenüber Russland verhängten Sanktionen schon früh einen Grossteil des Geschäfts in Russland runterfahren, da sowohl Ein- als auch Ausfuhren unmöglich gemacht wurden. CEO Frédéric Lalanne erklärte dazu im April, dass im Startquartal 2021 die Aufträge aus Russland um 80 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres gelegen hatten.

Service-Geschäft in Russland lief noch weiter

Innerhalb Russlands hielt Sulzer indes das Service-Geschäft vorerst noch aufrecht, da Sulzer Produkte für kritische Infrastrukturen wie die Wasserversorgung oder die Stromversorgung lieferte. Das Geschäft in Russland war für Sulzer aber auch im vollen Umfang klein. Im vergangenen Jahr steuerte Russland 2,7 Prozent zum Umsatz bei.

Erst vor wenigen Tagen musste Sulzer die sofortige Schliessung seiner Niederlassungen in Polen verkünden, dies aufgrund von Anordnungen der polnischen Regierung. Sulzer will den Entscheid allerdings anfechten.

Die polnischen Sanktionen betreffen laut Sulzer eigentlich den Hauptaktionär Viktor Vekselberg, sind aber auf die polnischen Sulzer-Gesellschaften ausgeweitet worden.

Sulzer beschäftigte in den beiden Niederlassungen in Polen 192 Mitarbeitende und erzielte einen Jahresumsatz von gut 21 Millionen Franken oder 0,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2021.

Die frühere Sulzer-Tochter Medmix ist mit ihrem Rekurs beim polnischen Innenministerium gescheitert. Somit wird das Unternehmen nicht von der Sanktionsliste gestrichen, auf dem es wegen Verbindungen zu Viktor Vekselberg steht. Die Produktion in Polen ist bereits eingestellt und wird in andere Länder verlagert.

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B. Kerzenmacher
am 24.05.2022 um 09:28
Die Brutalität der russischen Truppen ist so hoch wie ihre Kampfkraft niedrig. Da dachte man immer Russland hätte die zweitstärkste Armee der Welt. Dabei hat es nur die zweitstärkste in der Ukraine. Die immer wieder verbreiteten Drohungen mit der Atombombe zeigen Hilflosigkeit und Panik. Intern wird jeder jeden verantwortlich machen, aber doch nicht bereit sein, eine eventuelle Niederlage anzunehmen. Also kämpft man verbissen weiter und verschleisst Material und Menschen. Interessant wird es, wenn die Munition knapp wird und man Verhandlungen anbieten muss. Dann muss die Propaganda ran, das dem Volk als Sieg und Humanität zu verkaufen. Inzwischen muss Russland doch froh sein, wenn man die eigene Grenze gegen die Ukrainer verteidigen kann.