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Villa Wolfensberg für fast drei Millionen verkauft

Die Villa Wolfensberg ist für fast 3 Millionen Franken versteigert worden. Käuferin ist die Winterthurer Immobilien-Firma L+B HGV. Die Versteigerung ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne.

20.02.2020 / 16:50 / von: mma/sda/lpe
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Die Villa Wolfensberg hat einen neuen Besitzer. (Bild: zVg/Kanton Thurgau)

Die Villa Wolfensberg hat einen neuen Besitzer. (Bild: zVg/Kanton Thurgau)

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Die Villa Wolfensberg hat einen neuen Besitzer. Die Winterthurer Immobilienfirma L+B hat das Anwesen des verstorbenen Unternehmers Rolf Erb für 2,9 Millionen Franken ersteigert. Was L+B-Eigentümer Robert Hofer mit seiner neuen Villa hoch über Winterthur vorhat, ist noch offen. Ein Abriss sei nicht sicher, sagte er gleich im Anschluss an die Versteigerung. Er wisse selber nicht, was er nun damit machen wolle. Seine Frau habe ihm gesagt, er solle den Mist bloss nicht kaufen. «Aber mir geht es darum, dass die Villa in Winterthurer Händen bleibt.»

RADIO TOP war bei der Versteigerung live mit dabei:

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Die öffentliche Versteigerung ging allerdings nicht reibungslos über die Bühne. Während der Versteigerung kam es zu Tumulten im Saal, als L+B  den Zuschlag mit einem Gebot über 2,6 Millionen Franken erhielt. Eine weitere Immobilienfirma intervenierte und behauptete, dass sie bereits 2,61 Millionen geboten habe. Nach kurzer Beratung zwischen den Auktionatoren beim Gebot von 2,6 Millionen Franken weiter geführt. 

Im Interview mit TELE TOP erklärt Notar Simeon Bertschinger, wie die Auktion aus seiner Sicht verlaufen ist:

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Neben der Villa Wolfensberg, die im November beinahe besetzt wurde, wurden auch ein Grundstück und ein angrenzender Wald versteigert. Auch diese Objekte bleiben in Winterthurer Händen. Der Wald gehört neu einem Spross der Bier-Dynastie Haldengut. Dieser zahlte 72'000 Franken. Sein Grossonkel hatte die Villa einst gebaut. Das Anwesen «zurückzuholen» kam für den Haldengut-Spross am Donnerstag aber nicht in Frage. Er begnügte sich mit dem Wald. Die Stadt Winterthur kam bei der Versteigerung ebenfalls zum Zug. Sie sicherte sich für 8000 Franken 25 Aren Landwirtschaftsland, die direkt neben der Villa liegen.

Grosses Interesse an Versteigerung

Das Interesse an der öffentlichen Versteigerung war gross. Rund 200 Personen kamen an den Anlass, wobei aber längst nicht alle mitboten. Die grosse Mehrheit waren Zuschauer, welche die zweitgrösste Wirtschaftspleite der Schweiz seit Jahren mitverfolgen.

Das Verfahren um den Erb-Konkurs läuft seit rund 15 Jahren. Die Firmengruppe hatte bei ihrer Pleite einen Schuldenberg von über sechs Milliarden Franken hinterlassen. Zu den Gläubigern gehören vor allem Banken, aber auch Private und wegen Steuerschulden auch der Kanton Zürich.

Im März 2019 konnte das Thurgauer Konkursamt bereits Schloss Eugensberg in Salenstein samt Umschwung an den Innerschweizer IT-Unternehmer Christian Schmid verkaufen. Der Mindestpreis lag bei 35 Millionen Franken, der genaue Verkaufserlös wurde nicht bekannt gegeben.

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