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Winterthur will Image als «Griechenland der Schweiz» endgültig ablegen

Nach Jahren des Sparens steht Winterthur finanziell besser da als auch schon. Herausforderungen bleiben aber bestehen: In der städtischen Pensionskasse etwa klafft ein Millionenloch. Ab dem Herbst hält ein neuer Finanzvorsteher die Zügel in der Hand.

17.06.2019 / 06:00 / von: sfa
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Die Stadt Winterthur hat in den letzten Jahren zwei rigorose Sparpakete umgesetzt. (Bild: RADIO TOP/Marija Lepir)

Die Stadt Winterthur hat in den letzten Jahren zwei rigorose Sparpakete umgesetzt. (Bild: RADIO TOP/Marija Lepir)

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Mit dem Rücktritt der SP-Stadträtin Yvonne Beutler erhält Winterthur in den nächsten Monaten einen neuen Finanzvorsteher. Yvonne Beutler hat die Stadt während ihrer sieben Jahre im Finanzdepartement durch finanziell schwierige Jahre geführt. Sie musste der Bevölkerung etwa die beiden Sparpakete «Balance» und «effort14» schmackhaft machen. Im Zuge der Sparpakete strich die Stadt etwa Lohnerhöhungen für städtische Angestellte, Deutschkurse für Migranten oder musste den Betrieb ihrer Schlösser Hegi und Mörsburg an Private abgeben, um mehr Geld in die Stadtkasse zu spülen.

RADIO TOP Beitrag zu den Herausforderungen für den neuen Winterthurer Finanzvorsteher:

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Kein Zuckerschlecken für eine Finanzvorsteherin, stellt Yvonne Beutler rückblickend fest: «Es war eine anspruchsvolle, schwierige, manchmal auch eine belastende Zeit. Wenn ich jetzt zurückschaue und sehe, wo wir standen, als ich mein Amt angetreten haben, und wo wir jetzt stehen – da können wir als Stadtrat stolz sein drauf.»

Die Stadt hat die Jahre der tiefroten Zahlen nämlich hinter sich gelassen: Für das laufende Jahr ist ein Plus budgetiert, vor einem Jahr hat Winterthur gar die Steuern gesenkt. Trotzdem wartet auf den oder die Nachfolgerin von Yvonne Beutler keine leichte Aufgabe: Die Stadt ist mit mehr als einer Milliarde Franken verschuldet. In der städtischen Pensionskasse klafft ein Loch von über 200 Millionen Franken.

Wer das Finanzdepartement nach dem Rücktritt Beutlers übernimmt, ist noch unklar. Entweder rutscht der neu gewählte Stadtrat ins Finanzdepartement nach. Oder es kommt zur Departementsrochade und einer der bisherigen Stadträte wechselt zu den Finanzen.

Beide Kandidaten für die Nachfolge von Yvonne Beutler, Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP), trauen sich das Finanzdepartement selber zu. Kaspar Bopp argumentiert mit seinem beruflichen Hintergrund: «Ich bringe viel Know-How im Bereich Finanzen mit. Ich habe über sechs Jahre als Risikoanalyst für Marktrisiken gearbeitet. Ich bin auch ein Zahlenmensch. Ich habe Datenanalyse und Prozessdesign an der ZHAW studiert – das ist angewandte Mathematik und Statistik.»

Annetta Steiner auf der anderen Seite führt nicht ihren beruflichen sondern ihren politischen Hintergrund an: Sie sass während sechs Jahren in der gemeinderätlichen Aufsichtskommission und hatte in dieser Rolle auch vertiefte Einblicke in die Stadtfinanzen.

Im Gemeinderat ist Annetta Steiner als Sparpolitikerin bekannt. Sie betont denn auch, dass Winterthur trotz der Sparrunden nun keine fetten Jahre bevorstehen: «Wir können uns nicht noch zusätzlich verschulden – unsere Schulden sind im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kanton schon hoch. Mehr liegt einfach nicht drin. Deshalb müssen wir vielleicht immer etwas neidisch auf die grosse Schwester in Zürich blicken, aber dafür sind wir wesentlich kreativer unterwegs.»

Am TOP POLIT PODIUM am 18. Juni diskutieren die beiden Stadtratskandidaten Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP) im direkten Duell über die Winterthurer Stadtfinanzen und viele weitere Themen. Das Podium beginnt um 19.15 Uhr im gate27, der Eintritt ist frei. RADIO TOP überträgt die Diskussion live, TELE TOP zeigt das Gespräch am Mittwochabend, 19. Juni 2019, ab 18:30 Uhr (zweistündlich wiederholt).

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Bettina Meier
am 18.06.2019 um 12:04
Immer der gleiche Satz von Beutler! Endlich geht Beutler, dann kommt endlich neuer Wind nach Winterthur.