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Winterthurer Kunststiftung steht vor Mammutaufgabe

Es ist eine Mammutaufgabe, die jahrelang dauern wird: Die Winterthurer Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) lässt die Herkunft von rund 6'000 Gemälden erforschen. Erste kritische Fälle sind bereits aufgetaucht, wie die Stiftung am Dienstag mitteilte.

24.01.2023 / 12:13 / von: sda/lro
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Die Stiftung lässt rund 6'000 Gemälde in einem zweistufigen Verfahren erforschen. (Bild: TELE TOP)

Die Stiftung lässt rund 6'000 Gemälde in einem zweistufigen Verfahren erforschen. (Bild: TELE TOP)

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Die Herkunft von rund 6'000 Gemälden wird erforscht. Den Auftrag dafür erteilte die Winterthurer Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG). Die Stiftung hat sich dabei für ein zweistufiges Verfahren entschieden und zwei voneinander unabhängige Einrichtungen bestimmt. Provenienzenforschung und die Entscheide über den Umgang mit einzelnen Werken sind voneinander getrennt. Bei 93 Gemälden ist ein Erstcheck bereits abgeschlossen, bei weiteren 240 läuft dieser noch, wie die SKKG schreibt. Sechs Werke befinden sich bereits in einer Tiefenrecherche, weil es Hinweise auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug gibt.

Bei weiteren vier Werken beginnt die Tiefenrecherche im Februar. Die Stiftung erwartet, dass es weitere kritische Fälle geben wird.

Die umfangreiche Sammlung stammt vom verstorbenen Winterthurer Immobilienkönig Bruno Stefanini. Die SKKG sieht sich nun in der Verantwortung und will die Provenienzen ihrer Kunstwerke klären. Dabei sucht sie aktiv nach möglichen vormaligen Eigentümerinnen und Eigentümern beziehungsweise deren Erben.

«Faire und gerechte Lösungen finden»

Eine externe Projektleitung ist für die Provenienzabklärungen zuständig. Die Ergebnisse werden dann einer vom Stiftungsrat eingesetzten Kommission unterbreitet.

Diese «Unabhängige Kommission der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte zur Klärung NS-verfolgungsbedingter Ansprüche» trifft ihre Entscheide selbständig und unabhängig, wie die Stiftung betonte. Sie sind für die Stiftung verbindlich. Eine solche Kommission ist laut SKKG eine internationale Premiere.

Es sei zentral, dass die Stiftung in Bezug auf Kulturgüter, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden, Verantwortung übernimmt und Macht abgibt, wird Stiftungsratspräsidentin Bettina Stefanini, die Tochter des verstorbenen Bruno Stefanini, in der Mitteilung zitiert. «Wir vertrauen der Unabhängigen Kommission, dass sie bei diesem schwierigen Thema faire und gerechte Lösungen findet.»

Die Arbeiten zu den Provenienzabklärungen begannen im Sommer 2022. Die Unabhängige Kommission SKKG soll im Laufe des Jahres 2023 eingesetzt werden. In einer ersten Phase wird ihre Arbeit voraussichtlich sechs Jahre dauern.

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