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Winterthurerin Mattea Meyer als SP Co-Präsidentin gewählt

Die Winterthurerin Mattea Meyer übernimmt zusammen mit dem Aargauer Cédric Wermuth das SP-Präsidium. Die beiden sind am Samstag am SP-Parteitag gewählt worden. Sie übernehmen das Amt vom abtretenden Christian Levrat.

17.10.2020 / 14:09 / von: sbr/sda
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Die neugewählte Co-Präsidentin Mattea Meyer. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die neugewählte Co-Präsidentin Mattea Meyer. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die Winterthurerin bildet zusammen mit dem Aargauer Cédric Wermuth die neue SP-Parteispitze. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die Winterthurerin bildet zusammen mit dem Aargauer Cédric Wermuth die neue SP-Parteispitze. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der abtretende Präsident Christian Levrat hat sich mit einer Dankesrede vom SP-Präsidium verabschiedet. (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Der abtretende Präsident Christian Levrat hat sich mit einer Dankesrede vom SP-Präsidium verabschiedet. (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

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Die Winterthurerin Mattea Meyer und Cédric Wermuth sind zur Parteispitze der SP gewählt worden. Die SP-Delegierten haben am Parteitag am Samstag mit grosser Mehrheit für das Doppel-Präsidium Meyer-Wermuth gestimmt.

Das Wahlresultat war überdeutlich: Das prononciert politisch links auftretende neue Präsidiums-Duo mit Meyer und Wermuth erhielt 538 der 561 gültigen Stimmen.
Der 26-jährige Gegenkandidat Martin Schwab aus Nidau BE hatte wie erwartet keine Chance. Auf ihn entfielen lediglich 23 Stimmen.

Präsidium in Winterthurer Hand

Die 1987 in Basel geborene Co-Präsidentin und Nationalrätin Meyer hatte sich in ihrer Rede vor der Wahl als «Linke mit einer klaren Haltung» bezeichnet. Die Motivation für ihr politisches Engagement schöpfe sie aus der Hoffnung, gemeinsam mit den Mitkämpferinnen und Mitkämpfern eine wunschgemässe Zukunft zu schaffen mit sozialer Sicherheit, Gleichstellung, Klimaschutz und Menschenwürde.

Die 32-jährige Mattea Meyer ist seit 2015 Nationalrätin für die SP des Kantons Zürich. Zuvor sass die studierte Wirtschaftsgeografin im Gemeinderat von Winterthur und im Kantonsparlament. 2009 bis 2013 amtierte sie als Vizepräsidentin der Juso Schweiz.

Während ihres Studiums arbeitete Meyer als Assistentin in einer international tätigen Anwaltskanzlei und als persönliche Mitarbeiterin von SP-Nationalrat und Co-Präsident Cédric Wermuth (AG) und SP-Nationalrätin Marina Carobbio (TI). Sie lebt mit ihrer Familie und einer kleinen Tochter in Winterthur.

Dort sind auch ihre politischen Wurzeln zu suchen. In der SP Winterthur war sie elf Jahre lang in der Geschäftsleitung tätig, fünf Jahre davon als Co-Präsidentin. 2010 rutschte sie in den Gemeinderat nach, ein Jahr später wurde sie Kantonsrätin.

Vom Vizepräsident zum Co-Präsident

Der 34-jährige Cédric Wermuth sitzt für die SP des Kantons Aargau seit 2011 im Nationalrat. Seine steile politische Karriere startete er bei den Juso. Ihnen trat er bereits mit 13 Jahren bei. 2008 bis 2011 präsidierte er sie. In der SP vertritt er eher den linken Flügel.

Aus einem sozial-bewussten Elternhaus stammend und im Aargau aufgewachsen, wohnt Wermuth mit seiner Familie in Zofingen. Er hat zwei kleine Töchter. Wermuth studierte an den Universitäten Zürich und Bern Politikwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Philosophie. 2015 schloss er sein Studium ab.

Seine Parteikarriere bei den Juso startete er als in der Aargauer Kantonalsektion als Co-Präsident. Anschliessend folgte das Amt des Zentralsekretärs der Juso Schweiz. 2008 wurde er deren Präsident und zum Vizepräsidenten der SP Schweiz gewählt.

In der Rede kurz vor der Wahl deklarierte Wermuth den von ihm vertretenen demokratischen Sozialismus als keine Zauberei, sondern als das Einstehen für eine Gesellschaft, in der alle gemeinsam und solidarisch für ein erfülltes gutes Leben sorgen. Er sagte, dass nicht diejenigen als radikal gelten, die für Veränderungen einstünden, sondern die Menschen, welche menschenunwürdige Ist-Zustände verteidigten.

Die Nachfolge von Levrat hätte eigentlich im April besiegelt werden sollen - doch das Vorhaben wurde aufgrund der Coronavirus-Krise auf den Oktober verschoben. Zuerst wollte die SP ihren Parteitag in Basel noch real durchführen, entschied sich am Donnerstag aber angesichts steigender Infektionen mit dem Coronavirus für das Internet.

Neues fünfköpfiges Vizepräsidium

Auch das Vizepräsidium der SP wurde am Parteitag gewählt. Die fünf gewählten sind: die Waadtländer Nationalrätin Ada Marra, ihre St.Galler Ratskollegin Barbara Gysi (beide bisher) sowie die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Badran, den Bündner Nationalrat Jon Pult und der Waadtländer Nationalrat Samuel Bendahan als neue Mitglieder.

Neben der Präsidiumswahl fasst der SP-Parteitag die Parolen für die eidgenössische Abstimmung vom 29. November. Sowohl für die Konzernverantwortungsinitiative als auch für die Initiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten» gilt ein Ja als sicher.

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