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Andelfinger Gemeindefusion schon wieder im Kreuzfeuer

Nach der gescheiterten Grossfusion im Zürcher Weinland steht bereits das nächste Fusionsprojekt an: Andelfingen, Humlikon und Adlikon wollen sich zusammenschliessen. Die SVP Andelfingen kritisiert, das Projekt sei überstürzt.

23.02.2021 / 16:52 / von: sfa
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Die Stimmbevölkerung von Andelfingen stellte sich im Herbst 2020 gegen eine Grossfusion. Eine kleinere Fusion mit nur drei statt sechs Gemeinden soll jetzt bessere Chancen haben. (Bild: TELE TOP)

Die Stimmbevölkerung von Andelfingen stellte sich im Herbst 2020 gegen eine Grossfusion. Eine kleinere Fusion mit nur drei statt sechs Gemeinden soll jetzt bessere Chancen haben. (Bild: TELE TOP)

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Im Herbst 2020 befand die Bevölkerung der sechs Weinländer Gemeinden Andelfingen, Kleinandelfingen, Adlikon, Humlikon, Henggart und Thalheim an der Thur an der Urne über eine mögliche Grossfusion ihrer Wohngemeinden – und

schickte das Projekt deutlich bachab.

In der Folge gleisten drei der ursprünglich sechs Gemeinden ein Folgeprojekt auf:

Unter dem Titel «AHA»

wollen Andelfingen, Humlikon und Adlikon einen zweiten Anlauf für eine Fusion wagen. Die Bevölkerung der drei Gemeinden soll noch dieses Jahr über die dezimierte Fusion entscheiden.

Nun regt sich allerdings bereits wieder heftiger Widerstand gegen das Projekt. «Das Vorgehen erstaunt», schreibt die SVP Andelfingen in einer Medienmitteilung – und setzt dahinter ein Ausrufezeichen. Nach dem deutlichen Nein an der Urne zur Grossfusion letzten November wäre eigentlich ein Marschhalt angebracht, findet die SVP. Es sei unklar, ob eine Fusion im kleineren Rahmen überhaupt dem Wunsch der Bevölkerung entspricht.

Kosten für Fusion liegen im Dunkeln

Der Andelfinger SVP-Präsident Michael Hotz kritisiert, dass bisher kaum über das neue Fusionsprojekt informiert worden sei: «Wir haben aus den Medien entnommen, dass bereits im September über das neue Fusionsprojekt abgestimmt werden soll. Das ist ein sportlicher Zeitplan. Ich frage mich, ob man das bewusst so forciert, damit der Bevölkerung wenig Zeit für die Entscheidungsfindung bleibt.»

Auch zu den Kosten des neuen Fusionsprojekts sei bisher nichts bekannt. Die Andelfinger SVP hat dem Andelfinger Gemeinderat ein Schreiben zum neuen Fusionsprojekt zugesandt. Eine Antwort steht bisher noch aus. Die SVP betont allerdings, dass sie nicht per se für oder gegen die Fusion eintrete – dafür sei bisher schlicht zu wenig über das neue Fusionsprojekt bekannt.

Der Andelfinger Gemeindepräsident Hansruedi Jucker (parteilos) sagt auf Anfrage von RADIO TOP, das neue Fusionsprojekt sei auf Bitte der kleineren Gemeinden Adlikon und Humlikon entstanden. Die beiden Gemeinden hatten kurz nach der Urnenabstimmung im Herbst bei Andelfingen ein Gesuch um eine Eingemeindung gestellt. «Andelfingen ist nicht von sich aus aktiv geworden. Die anderen beiden Gemeinden haben das angestossen», erklärt Jucker. Adlikon und Humlikon hatten bereits vor der Volksabstimmung im Herbst angekündigt, dass sie sich von Andelfingen eingemeinden lassen wollen, falls die Grossfusion scheitert.

Hansruedi Jucker kündigt für die Bevölkerung Informationsanlässe zum neuen Fusionsprojekt an. Dazu brauche es nun aber erst Vorarbeiten seitens der Gemeinde, um sämtliche Informationen zusammenzutragen. Bei den Informationsanlässen werde die Bevölkerung auch über die finanziellen Folgen einer allfälligen Fusion aufgeklärt. Mit ihrer Kritik am neuen Fusionsprojekt presche die SVP vor, kritisiert Jucker seinerseits.

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