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Bedingungsloses Grundeinkommen in Rheinau scheitert

Die Geldsammelaktion im Internet für das bedingungslose Grundeinkommen ist nun abgeschlossen. Das Ziel war es, sechs Millionen Franken zusammen zu bekommen. Erreicht wurden etwas mehr als 150‘000 Franken. Die Initianten sind enttäuscht.

04.12.2018 / 15:27 / von: meg/vsu
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Obwohl sie es geahnt hat: Das offizielle Scheitern der Crowdfunding-Aktion lässt Tränen in den Augen von Rebecca Panian erscheinen. (Screenshot: TELE TOP)

Obwohl sie es geahnt hat: Das offizielle Scheitern der Crowdfunding-Aktion lässt Tränen in den Augen von Rebecca Panian erscheinen. (Screenshot: TELE TOP)

Die Crowdfunding-Aktion in Rheinau ist gescheitert. (dorftestetzukunft.ch)

Die Crowdfunding-Aktion in Rheinau ist gescheitert. (dorftestetzukunft.ch)

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Die Zürcher Gemeinde Rheinau wollte ein bedingungsloses Grundeinkommen testen. Knapp 800 Personen haben sich gemeldet. Sie wollten bei dem Test mitmachen und für ein Jahr lang jeden Monat bis zu 2500 Franken erhalten. Danach sollte untersucht werden, wie sich das auf die Gemeinschaft auswirkt.

Doch der Test scheitert: Am Dienstagnachmittag um 14.26 Uhr endet die Crowdfunding-Aktion mit 151'836 Franken. Es hätten rund sechs Millionen Franken sein sollen. Die Initiantin Rebecca Panian sagt über das deutliche Scheitern enttäuscht: «Wir konnten nicht mehr machen. Wir waren ein kleines Team und hatten kein Budget.» Gleichzeitig meint Panian, dass die Leute noch besser hätten informiert werden müssen, um was es bei dem Projekt genau geht. Aus der Bevölkerung habe sie das Feedback erhalten, es sei nicht ganz klar. Viele Menschen fragten sich: «Warum soll ich den Rheinauern Geld geben?»; man habe es nicht geschafft den Leuten zu vermitteln, dass der Versuch Erfahrungen bringe, die allen zugute kämen.

Im RADIO TOP Beitrag gibt es die Gründe für das Scheitern der Crowdfunding-Aktion:

audio

Im Juni vor zwei Jahren scheiterte bereits eine nationale Abstimmung für ein Grundeinkommen deutlich. Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Verena Herzog ist nicht überrascht: «Es geht ja nicht, dass Leute jeden Morgen aufstehen und den ganzen Tag arbeiten und andere nur Rumsitzen und trotzdem Geld bekommen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert in der Schweiz nicht.»

Nicht alle sind hoffnungslos, wenn es um ein bedingungsloses Grundeinkommen geht. Die Winterthurer SP-Nationalrätin Mattea Meyer schätzt den Einsatz von dem Team in Rheinau. Zudem sagt sie: «Das bedingungslose Grundeinkommen stösst eine wichtige Frage an, nämlich diese von Freiwilligenarbeit. Auf der anderen Seite ist unklar, ob unsere sozialen Errungenschaften gefährdet wären.»

Auch wenn die Geldsammelaktion über das Internet nicht funktioniert, wollen die Initianten das Projekt in Rheinau weiterführen. Sie wollen nun zusammensitzen und besprechen, ob das Projekt weitergehe und wie sie die 6 Millionen Franken auf eine andere Art und Weise auftreiben könnten.

Initiantin Rebecca Panian äussert sich in TELE TOP zum Scheitern des bedingungsloses Grundeinkommen:

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