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Zürcher Staatsanwalt: Therapie für «Carlos» nicht durchführbar

Soll «Carlos» ordentlich verwahrt, therapiert oder per sofort in die Freiheit entlassen werden? Das Zürcher Obergericht muss entscheiden, was mit dem 25-jährigen Wiederholungstäter passieren soll. Das Urteil wird in etwa drei Wochen eröffnet.

26.05.2021 / 20:34 / von: jmi/sda/mle/mma/cst
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Brian bekannt als Carlos will keine Therapie absolvieren, nun soll das Obergericht Zürich darüber entscheiden. (Archivbild: KEYSTONE/LINDA GRAEDEL)

Brian bekannt als Carlos will keine Therapie absolvieren, nun soll das Obergericht Zürich darüber entscheiden. (Archivbild: KEYSTONE/LINDA GRAEDEL)

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Der Zürcher Staatsanwalt verlangte am Mittwoch vor dem Zürcher Obergericht eine ordentliche Verwahrung. Eine stationäre Massnahme nach Artikel 59 des Strafgesetzbuches, wie sie die Vorinstanz im Jahr 2019 verordnet hatte, sei wegen der Renitenz und Gewaltbereitschaft von «Carlos» schlicht nicht durchführbar.

Das Bezirksgericht Dielsdorf hatte «Carlos», der inzwischen auch unter seinem richtigen Namen Brian bekannt ist, zu einer «kleinen Verwahrung» verurteilt, also zu einer Therapie hinter Gittern. Alle fünf Jahre wird dabei überprüft, ob diese Therapie anschlägt.

Für den Staatsanwalt der falsche Weg. Bei «Carlos» fehle nur schon die minimalste Bereitschaft, an einer Therapie teilzunehmen. «Er sieht sich als Märtyrer, der niemals etwas mit einem Psychiater zu tun haben will», sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

RADIO TOP fasst die geschehnisse bis zum Mittag zusammen:

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«Psychiater im Schutzkäfig?»

Seine Zerstörungswut stelle den Justizvollzug aber auch vor ganz praktische Probleme. «Wie soll so eine Therapie aussehen? Soll man den Psychiater in einen Schutzkäfig stellen?» Es bleibe nichts anderes, als «Carlos» ordentlich zu verwahren, ihn also ohne Therapie zum Schutz der Öffentlichkeit wegzusperren.

Zusätzlich zur ordentlichen Verwahrung forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Vom Bezirksgericht Dielsdorf hatte "Carlos" noch eine deutlich tiefere Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten erhalten.

Der ehemalige Thai-Boxer muss sich vor Gericht verantworten, weil er im Gefängnis Pöschwies mehrere Polizisten, Mithäftlinge und Mitarbeiter bedrohte, angriff und teilweise verletzte. Die Anklageschrift listet 29 einzelne Vorfälle auf.

«Das ist Folter»

Der Anwalt von «Carlos» hielt gar nichts von diesen Massnahmen, sondern forderte einen vollen Freispruch. Es sei Zeit, einen neuen Kurs einzuschlagen. Die jahrelange Härte, Repression und Unterdrückung durch die Justiz müsse endlich aufhören. «Das ist Folter», sagte er.

«Carlos» sei ganz weit weg von einem Schwerverbrecher. Er sei weder Mörder noch Vergewaltiger. «Er hat mehrfach bewiesen, dass er sich gut verhalten kann, wenn er anständig behandelt wird.»

Er brauche keine Härte, sondern viel Bewegung in einem sicheren Rahmen. Ein Beispiel dafür sei sein Sondersetting gewesen.

«Carlos» liess sich dispensieren

Ob am Mittwoch noch ein Urteil gefällt wird, ist offen. Der Prozess fand ohne den Hauptakteur statt. Der 25-jährige «Carlos» liess sich von der Teilnahme am Prozess dispensieren. Er sei nicht in der Lage, am Prozess teilzunehmen, weil die langjährigen Haftbedingungen schwierig bis unerträglich seien. Er lebt seit 900 Tagen in Sicherheitshaft.

Er muss sich vor Gericht verantworten, weil er im Gefängnis Pöschwies mehrere Polizisten, Mithäftlinge und Mitarbeiter angriff. Die Anklageschrift listet 29 Vorfälle auf.

Das nächste Strafverfahren kommt jedoch bereits auf ihn zu: Die Staatsanwaltschaft leitete ein neues Verfahren wegen 30 weiteren Vorfällen hinter Gittern ein. Auch diese richteten sich vor allem gegen das Gefängnispersonal und die Polizei.

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TopOnline-Leserin
am 26.05.2021 um 09:55
Dieser "Carlos"/Brian ist unglaublich und geht mir echt auf die Nerven. Ebenso die Berichterstattung und seine Anwälte. Er wollte nicht zur Verhandlung erscheinen? Mimimi! Und eine Therapie will er auch nicht machen? Mimimi! Und womöglich auch noch entlassen werden und noch mehr Menschen gefährden?Unglaublich, wie in seinem Fall die Verantwortlichen total versagt haben. Und das auf Kosten der Steuerzahler!