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Covid-Zertifikat: Viele Branchen sind skeptisch

Das Covid-Zertifikat stösst in verschiedenen Branchen im Kanton Zürich auf Skepsis. Dies zeigt eine Ethik-Analyse.

16.06.2021 / 09:25 / von: asl
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Das Covid-Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestet wird seit dem 7. Juni schrittweise ausgestellt. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Covid-Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestet wird seit dem 7. Juni schrittweise ausgestellt. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

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Seit dem 7. Juni werden die ersten Covid-Zertifikate ausgestellt. Unter anderem in den Kantonen Thurgau, Schaffhausen und Zürich. Ist das Zertifikat für Geimpfte, Genesene oder Getestete nun das Ticket für Reisen, Veranstaltungen und zurück zur Normalität?

Wie die «NZZ» berichtet, haben Ethikerinnen und Juristen im Auftrag der Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) Vertreterinnen und Vertreter diverser Branchen aus dem Kanton Zurück nach ihrer Meinung zum Zertifikat gefragt. Unabhängig davon, ob die sich in den vom Bundesrat vorgeschlagenen grünen, orangen oder roten Bereichen befinden. Die Ehtik-Analyse zeigt, nicht alle Branchen sind begeistert.

Schutzmassnahmen würden reichen

Die Gastrobranche empfindet das Covid-Zertifikat gemäss der Zeitung als nicht einsetzbar, nicht praktikabel und nicht kontrollierbar. Die Branche gehe davon aus, dass der grösste Teil der Bevölkerung im Herbst 2021 gegen das Coronavirus geimpft sein wird und erachtet die Einführung eines solchen Nachweises für diese kurze Zeit als nicht sinnvoll.

Vertreterinnen und Vertreter der Schulbehörden empfinden Schutzmassnahmen wie Abstandhalten oder Maskentragen als verhältnismässiger. Sie lehnen einen Zugang zum Unterricht nur noch mit Impfnachweis laut dem Bericht ab. Denn das Recht auf Bildung dürfe nicht daran geknüpft sein. Bei den Hochschulen klingt es ähnlich. Sie wollen keine Studierenden von Lehrveranstaltungen ausschliessen.

Für die Bereiche der Jugendarbeit sei das Einsetzen des Zertifikats bei Veranstaltungen, welche nicht regelmässig stattfinden, wie beispielsweise Lagern oder Konzerten denkbar. Ansonsten will sich die Branche lieber auf die Schutzmassnahmen verlassen und nicht einzelne Personen ausschliessen.

Ähnlich klingt es auch bei Vertreterinnen und Vertretern aus Bereichen wie dem Justizvollzug, des öffentlichen Verkehrs, der Sexarbeit und bei Religionsgemeinschaften.

Komplette Öffnung steht im Vordergrund

Anders tönt es aus den Bereichen, die laut Bundesrat das Covid-Zertifikat einsetzen müssen. Die Hotellerie- und Tourismusbranche erhofft sich damit einen Rückweg in eine Normalität ohne Massnahmen und Schutzkonzept und wirtschaftlich tragbare Betriebe. Den Vertreterinnen und Vertretern sei es aber wichtig, dass es eine internationale Lösung geben wird.

Clubs und Diskotheken erhoffen sich vom Zertifikat ebenfalls einen wirtschaftlichen Vorteil. Gemäss Bericht lautet die Devise in dieser Branche, lieber Zertifikat scannen, als dass der Betrieb geschlossen bleibe. Auch schätzen Branchenvertreter, dass die Mehrheit der Besuchenden diese Praxis akzeptieren wird. Bei Grossveranstaltungen und Messen steht ebenfalls die komplette Öffnung im Vordergrund.

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