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Der Stadt-Land-Graben ist ein schweizweites Phänomen

In den Stadtzentren wird häufig anders abgestimmt als in den ländlicheren Regionen. Besonders bei bestimmten Themen wird dieser «Stadt-Land-Graben» je länger je mehr deutlich.

20.03.2019 / 19:34 / von: abl
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Der Stadt-Land-Graben zeigt sich gerade bei Abstimmungen immer wieder, so zuletzt bei der Zersiedelungs-Initiative. (Bild: Screenshot wahlen-abstimmungen.zh.ch)

Der Stadt-Land-Graben zeigt sich gerade bei Abstimmungen immer wieder, so zuletzt bei der Zersiedelungs-Initiative. (Bild: Screenshot wahlen-abstimmungen.zh.ch)

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Es ist ein weiteres Kapitel im Zwist zwischen dem Kanton und der Stadt Zürich: Die Stadt wünscht sich mehr Velorouten und Grünflächen im Richtplan, der Kanton hat dafür aber kein offenes Ohr. Die Stadt Zürich zog im Richtplan-Streit sogar vors Verwaltungsgericht, allerdings ohne Erfolg.

Zuletzt sorge das Kasernenareal für Streit zwischen der Stadt und dem Rest des Kantons. Die Stadt wollte finanzielle Unterstützung bei der Sanierung der Zeughäuser, erhielt vom Kantonsrat aber eine Abfuhr.

So scheinen sich die Fälle in letzter Zeit zu häufen, in denen die Stadt und der Kanton zwei völlig verschiedene Dinge wollen. Diese Thematik geht auch über die Zürcher Kantonsgrenzen hinaus. Daniel Kübler, Politologe an der Universität Zürich, bestätigt diesen Eindruck: «Die Thematik des Stadt-Land-Grabens ist nicht nur in Zürich ein Thema. Die Situation sieht in der ganzen Schweiz ähnlich aus. Und nicht nur in der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt.»

Schuld daran sei vor allem die Bevölkerungsentwicklung. Je mehr Menschen in die Städte ziehen, desto teurer wird das Wohnen. Dadurch werden bestimmte Bevölkerungsgruppen verdrängt, die sich dann in anderen Gemeinden wieder ansiedeln. «Und diese haben dann dementsprechend andere politische Interessen als die Stadtbevölkerung», so Kübler.

Gerade Themen wie die Infrastruktur - so wie beim aktuellen Richtplan-Streit -, die internationale Offenheit oder die Rolle des Staates sorgen für Unstimmigkeiten zwischen den Stadtkernen und den umliegenden Gemeinden, wie Kübler im Beitrag von RADIO TOP erklärt:

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Allerdings könnte sich der Graben laut Kübler in den kommenden Jahren wieder etwas schliessen. Immer mehr Menschen ziehen in die Agglomerationsgemeinden, und diese werden damit den Kernstädten immer ähnlicher. Gleichzeitig gibt es immer weniger ländliche Gemeinden. Dadurch könnte sich künftig die Kantonspolitik zunehmend wieder der Stadtpolitik annähern.

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