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ETH-Rat will Forschungsanstalten des Bundes zusammenlegen

Die Forschungsanstalten des Bundes für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) sollen fusionieren. Dies hat der ETH-Rat als Oberaufsicht entschieden.

16.10.2019 / 07:28 / von: mma/sda
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Das Eawag in Dübendorf soll mit der WSL zusammengelegt werden. (Bild: eawag.ch)

Das Eawag in Dübendorf soll mit der WSL zusammengelegt werden. (Bild: eawag.ch)

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Die Zeitung beruft sich auf ein Sitzungsprotokoll vom September. Ein Sprecher des ETH-Rats bestätigte dem Blatt die geplante Zusammenlegung. Man wolle «ein Institut von Weltklasseformat» schaffen, um "die Strahlkraft" und die «internationale Sichtbarkeit» zu stärken. Ein Insider teilte der Zeitung mit, mit einer Zusammenlegung solle Geld gespart werden.

Bei der Reorganisation liessen sich beim Bund Stellen einsparen, heisst es im anonymen Schreiben. Momentan sind es insgesamt 900 Angestellte, die für das Eawag und WSL arbeiten. Weiter kritisiert der Informant den Zeitpunkt der Reorganisation. Mehrere Male seien solche Massnahmen geprüft und verworfen worden. Zudem sei mit den betroffenen Instituten im Vorfeld nicht gesprochen worden. Und dies, obwohl es gemäss Verordnung über den ETH-Bereich Pflicht gewesen wäre.

Bei den Überlegungen gehe es aber nicht ums Sparen, wie der Sprecher des ETH-Rates Gian-Andri Casutt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA betonte. Man wolle vielmehr die Forschung besser koordinieren. Casutt nahm auch Stellung zum vom «Blick» erhobenen Vorwurf, die Institute hätten keine Möglichkeit gehabt, mitzureden: «Seit bald zwei Jahren existiert eine Task Force zu diesen Plänen.» Diese Task Force hätte auch Gespräche mit den Forschungsanstalten geführt.

Das Eawag bestätigt gegenüber «Blick», dass sie im Vorfeld nicht konsultiert worden sei. Zu den Plänen will aber auch das Eawag keine Stellung beziehen.

Sicher ist allerdings, das der ETH-Rat in den kommenden Monaten mit den Instituten zusammensitzt und die Fusion weiterplant. Ende Oktober plane man, mit den konkreten Plänen an die Öffentlichkeit zu treten. Am Ende wird allerdings die Politik entscheiden. Das neu gewählte Parlament muss die Pläne absegnen. 

Die WSL mit rund 500 Mitarbeitern forscht zur Nutzung von Landschaften und Wäldern, befasst sich aber auch mit dem Umgang mit Naturgefahren. Zum Betrieb mit Hauptsitz in Birmensdorf ZH gehören auch das Lawinenforschungsinstitut in Davos GR sowie Aussenstellen in Lausanne VD, Sitten VS und Cadenazzo TI. Die Anstalt Eawag forscht unter anderem zum Gewässerschutz. An ihren Standorten in Dübendorf ZH und Kastanienbaum LU sind knapp 400 Angestellte tätig.

Die beiden Forschungszentren des Bundes gehören zum ETH-Bereich. Zu diesem zählen neben der ETH und der EPFL auch die übrigen Forschungsanstalten Paul Scherrer Institut und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Der Gesamtetat beträgt rund 3,6 Milliarden Franken. Der Bund ist die wichtigste Finanzierungsquelle. Das Parlament stockte den Bundesbeitrag für das laufende Jahr um rund 30 Millionen Franken auf.

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