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«Für Zivilcourage gibt es kein Patentrezept»

Am Wochenende ist eine Frau am Bahnhof Embrach spitalreif geprügelt worden, weil sie eine Gruppe Jugendlicher Vandalen stoppen wollte. Ein Beispiel für Zivilcourage, die gefährlich wurde. Für Experten aber kein Dämpfer für Zivilcourage - im Gegenteil.

01.04.2019 / 11:10 / von: abl
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Eingreifen oder Wegschauen? - Zivilcourage ist mehr als diese beiden Möglichkeiten. (Bild: Screenshot TELE TOP)

Eingreifen oder Wegschauen? - Zivilcourage ist mehr als diese beiden Möglichkeiten. (Bild: Screenshot TELE TOP)

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Eine 38-Jährige beobachtete am späten Samstagabend eine Gruppe Jugendlicher, die einen Selecta-Automaten mit Fusstritten traktierte. Sie wollte die Jugendlichen stoppen und ging dazwischen, worauf sie selbst angegriffen wurde. Die Frau musste ins Spital gebracht werden. 

Ist Zivilcourage in einer solchen Situation fehl am Platz? Nicht grundsätzlich, sagt Andi Geu, Co-Geschäftsleiter des National Coalition Building Institute Schweiz und Experte für Zivilcourage. Aber es gäbe einige Überlegungen, die man sich zur Situation machen soll, bevor man eingreift. Ist es dunkel? Bin ich alleine? Verhalten sich die Täter aggressiv, oder handelt es sich eher um einen Bubenstreich?

Grundsätzlich gebe es aber kein Patentrezept für Zivilcourage. Das bestätigt so auch Ralph Hirt von der Kantonspolizei Zürich. Es sei zuerst einmal wichtig, zwischen zwei möglichen Fällen zu unterscheiden: Handelt es sich um Sachbeschädigung, oder ist eine Person in Gefahr? In Fällen von Sachbeschädigung sei es ausreichend, sich so viel wie möglich zu merken und dann die Polizei zu alarmieren. Wenn Personen in Gefahr seien, sei aber schnelles Eingreifen gefragt. 

«Wir müssen uns allerdings von diesem Entweder-Oder-Denken entfernen», mahnt Andi Geu. «Es gibt nicht nur die beiden Möglichkeiten Eingreifen oder Wegschauen», betont er im Beitrag von RADIO TOP:

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So könne man beispielsweise die Täter mit einem gewissen Sicherheitsabstand einmal ansprechen, oder sich einfach so viele Einzelheiten wie möglich merken und dann die Polizei rufen.

Er glaubt nicht, dass Vorfälle wie dieser von Embrach der Zivilcourage in der Bevölkerung einen Dämpfer versetzen. Ganz im Gegenteil: «Vorfälle wie dieser führen eher dazu, dass die Bevölkerung wieder stärker für Zivilcourage sensibilisiert wird», glaubt Geu. So würden sich gerade dann viele überlegen: Wie hätte eigentlich ich reagiert?

TELE TOP hat mit Ralph Hirt von der Kantonspolizei Zürich über Zivilcourage und das richtige Handeln gesprochen:

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