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Gendergerechte Formulierung von Vorstössen ist in Parlamenten nicht strikt geregelt

In der Stadt Zürich ist ein Vorstoss zurückgewiesen worden, weil er nicht gendergerecht formuliert war. In anderen Parlamenten wird lockerer umgegangen mit gendergerechten Formulierungen.

26.06.2019 / 12:03 / von: mco
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Muss in einem Vorstoss zwingend immer die männliche und weibliche Form stehen? (Symbolbild: pixabay.com/kerplode)

Muss in einem Vorstoss zwingend immer die männliche und weibliche Form stehen? (Symbolbild: pixabay.com/kerplode)

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Die SVP-Gemeinderätin Susanne Brunner ist in der Stadt Zürich mit ihrem Vorstoss abgeblitzt. Noch bevor über diesen diskutiert wurde. Das Büro des Gemeinderats wies den Vorstoss zurück an Brunner. Sie wählte darin fast nur männliche Bezeichnungen und kaum weibliche. Dies duldete das Büro nicht. In anderen Parlamenten sind die Regeln zu gendergerechten Formulierungen in Vorstössen lockerer.

Im Zürcher Kantonsrat etwa, kann sich der Leiter der Parlamentsdienste, Moritz von Wyss nicht vorstellen, deswegen einen Vorstoss zurückzuwiesen. Er meint: «Uns ist wichtig, dass die Formulierungen gendergerecht sind. Aber wenn an einem Tag bis zu 20 Vorstösse eingereicht werden, kann es schon passieren, dass wir nicht alles anpassen können.»

Im Grossen Rat Thurgau gibt es keine Prüfung der Vorstösse. Und dies bleibe in Zukunft auch so. Im Büro des Grossen Rats sei nie über eine Änderung diskutiert worden, heisst es auf Anfrage von RADIO TOP.

Und auch in Stadtparlamenten können sich die Zuständigen nicht vorstellen, dass ein Verstoss wegen Formulierungen die nicht gendergerecht sind, zurückgewiesen wird. In der Stadt St.Gallen würde der Stadtschreiber, Manfred Linke, empfehlen in solchen Fällen mit einem Augenzwinkern auf den Vorstoss zu antworten. «Ich würde darauf aufmerksam machen, dass die Formulierungen nicht gendergerecht gewesen sind. Das wäre direkt auch wieder eine Sensibilisierung.»

In der Stadt Winterthur werden die Vorstösse weder formell noch inhaltlich überprüft. Die Erfahrung, habe gezeigt, dass dies nicht notwendig sei, so der Ratsschreiber des Gemeinderats, Marc Bernhard. Änderungen würde es allenfalls geben, wenn der Druck aus dem Rat selbst steigt, etwas anzupassen.

Wie wichtig die gendergerechte Formulierung der Politik in der Region ist, im Beitrag von RADIO TOP: 

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