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Gleichstellungsnachhilfe für Zürcher Baufirma

Eine Zürcher Baufirma wird von der Regierung wegen eines sexistischen Inserats gerügt. Ausserdem müssen die Mitarbeiter im Bereich sexuelle Belästigung geschult werden. Die Schulung übernimmt die Fachstelle für Gleichstellung.

08.11.2018 / 17:52 / von: rwa
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Das Gleichstellungsgesetz fordert, dass Unternehmen Präventionsarbeit zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betreiben. (Symbolbild: pixabay.com)

Das Gleichstellungsgesetz fordert, dass Unternehmen Präventionsarbeit zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betreiben. (Symbolbild: pixabay.com)

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«Heute schon gebaggert?», stand im Mitarbeitermagazin der Zürcher Baufirma Agir AG unter einem Bild, das eine halbnackte Frau neben einer Kiesgrube zeigt. Wegen solchen und ähnlichen Aktionen wird das Unternehmen nun vom Kanton gerügt. Die Firma profitiert immer wieder von öffentlichen Aufträgen des Kantons. Die Regierung droht nun mit Sanktionen, sollte es nochmals zu sexistischen Aktionen kommen. Ausserdem werden die Mitarbeiter geschult.

RADIO TOP hat mit Helena Trachsel von der Fachstelle für Gleichberechtigung von Frau und Mann gesprochen:

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Das Inserat zeige, dass die Mitarbeiter der Firma bezüglich Sexismus geschult werden müssen, sagt Helena Trachsel von der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich: «Wenn man bereits in einem Inserat respektlos ist, wie sieht das dann bei der Firmenkultur aus?»

Die Agir AG ist aber nicht das einzige Unternehmen, das Helena Trachsel bereits geschult hat. In vielen Firmen gehörten sexistische Sprüche zum Alltag: «‹Du hast einen geilen Arsch›, oder ähnliche Sprüche höre ich am meisten.» Wichtig sei, dass solche Firmen ihre Kultur hinterfragen. Dafür organisiert Trachsel gut zwei-stündige Workshops. Der Inhalt dieser Workshops sei jeweils sehr unterschiedlich. «Die Leute gestalten die Workshops selbst. Sie bringen eigene Beispiele, welche dann besprochen werden. Was wurde falsch gemacht? Was kann man besser machen?», sagt Trachsel.

Wichtig sei, dass auch Massnahmen beschlossen werden, wenn es zu sexuellen Belästigungen kommt: «Es muss intern eine Anlaufstelle bezeichnet werden. Die Verantwortlichen der Anlaufstelle bekommen eine Ausbildung bei uns. Es werden zudem Eskalationsstufen bestimmt. Welche Massnahmen werden bei welchen Vorfällen getroffen. Das kann ein mündlicher oder ein schriftlicher Verweis sein, je nach Schweregrad.»

Trachsel betont auch, dass die Agir AG bis jetzt sehr kooperativ gewesen sei. Sie sei zuversichtlich, dass die Schulungen ernst genommen werden.

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