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Hilari - Der älteste Brauch im Kanton Zürich

Der Hilari ist einer der ältesten Bräuche im Kanton Zürich. Die Gemeinden Flurlingen, Feuerthalen, Langwiesen und Laufen/ Uhwiesen feiern ihn jedes Jahr mit viel Herzblut. Weil das diesjährige Event wegen der Pandemie ins Wasser fällt, haben sich die Organisatoren eine Alternative überlegt.

14.01.2021 / 10:03 / von: mle
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Diverse Umzüge und Partys machen den Hilari aus. Hier Bilder vom Hilari 2020. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

Diverse Umzüge und Partys machen den Hilari aus. Hier Bilder vom Hilari 2020. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

Für die Umzüge werden Wagen gebastelt. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

Für die Umzüge werden Wagen gebastelt. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

Verkleidungen und geschminkte Gesichter sind ein Muss. Masken hingegen sind verpönt. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

Verkleidungen und geschminkte Gesichter sind ein Muss. Masken hingegen sind verpönt. (Bild: Hilariverein Feuerthalen)

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Seit mehr als 600 Jahren feiern die vier äussersten Dörfer am Cholfirst im Norden des Kantons Zürich den Hilari. Jeweils in der Woche des 13. Januars geht es in Feuerthalen, Langwiesen, Flurlingen und Laufen/Uhwiesen hoch zu und her - zumindest unter normalen Umständen. Wie so ziemlich alle Veranstaltungen, musste aber auch der Hilari 2021 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Hilari findet online statt

Damit die Anwohner nicht auf ihren heissgeliebten Event verzichten müssen, haben sich die Organisatoren aus den vier Gemeinden eine Alternative überlegt. Sie rufen die Anwohner dazu auf, den Hilari einfach zu Hause zu feiern. Die Leute sollen sich trotz allem schminken, verkleiden, ihre Häuser dekorieren und davon Fotos auf Instagram teilen. Ausserdem fährt der Hilariverein Flurlingen am Abend des 16. Januar mit einem Online-Event mit Hilari-Musik auf, abrufbar auf ihrer Webseite.

Verschiedene Traditionen 

In allen vier Dörfern wird er in unterschiedlichen Ritualen und Traditionen abgehalten, welche seit Urzeiten umgesetzt werden. Gemeinsamkeiten sind aber sicher die Tagwache und das Einläuten. Am Freitagmorgen wird um 4 respektive 4:30 Uhr mit einem Umzug, Tambouren und Lärminstrumenten durch die Dörfer gezogen, um die noch schlafende Hilari-Gemeinde zu wecken und den Beginn auszurufen. Auch haben in diesen Tagen alle diverse Umzüge auf dem Programm.

Die Schulen sind traditionsgemäss eng mit der Durchführung verbunden und organisieren einen speziellen Schüler-Hilari. Dieses Jahr versuchen die Schulen sogar, den Schülern, unter Einhaltung der Schutzmassnahmen, einen Hilari zu ermöglichen.

Normalerweise gibt es am Freitag einen Kinderumzug samt Hilari-Konzert. Während die Schüler am Abend mit einer Disco feiern, vergnügen sich die anderen Anwohner in den Restaurants und an privaten Veranstaltungen.

Hilari ist nicht gleich Fasnacht

Entgegen vieler Meinungen, hat Hilari nichts mit Fasnacht zu tun. Hilari hat nämlich einen ganz anderen geschichtlichen Hintergrund. Verkleidungen und Schminke sind erwünscht, Masken hingegen verpönt. 

Manuel Egloff, Präsident des Hilarivereins Langwiesen erzählt die Sage des Burgfräuleins Berta vom Schloss Laufen:

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Um mehr über den Hilari zu erfahren, haben wir mit mehreren Personen aus den vier Vereinen gesprochen.

Feuerthalen/Langwiesen

Am Donnerstag spricht Luca D’Asciano, Präsident des Hilarivereins Feuerthalen über ihre Bräuche und den Hilari allgemein.

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Flurlingen: Heisler und Stubetä

Das wohl älteste und zentralste Ritual in Flurlingen sind die «Heisler» oder «Älteste» genannt (3. Sek-Schulabgänger). Sie zelebrieren in Frack und Zylinder ihre vielfältigen Aufgaben und dies seit vielen Generationen. Sie besuchen am Silvester alle Neugeborenen und heissen die Kleinen mit dem Heislerspruch in der Dorfgemeinschaft willkommen.

Sie führen ausserdem alle drei Umzüge an. Sie erstellen eine Schnitzelbank und präsentieren diese an der Gemeindeversammlung. Sie betreiben eine Jugend-Disco (Heislerkeller). Sie bauen eine Strohpuppe (in Form des bösen Ritters Hugo), tragen diese auf einer Leiter am Umzug mit, welche danach mit der Dorfgemeinschaft verbrannt wird (Abdankung). Die Besonderheit ist, die Heisler erledigen ihre Aufgaben traditionell selbstständig, mit wenig Begleitung und Hilfestellung vom Hilariverein.

Stubätä und Gartätä

Heute würde man dies wohl «Ego-Party» nennen. In Flurlingen ist es üblich, am Hilari davon in Genuss zu kommen. Diese werden von Privatpersonen veranstaltet. Manche mit Einladung, manche frei zugänglich für jeden. Dadurch kommt man nicht nur in Kontakt mit den anderen Dorfbewohnern, auch der Zusammenhalt in den Gemeinden wird gestärkt.

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