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Hinter den Gittern der Untersuchungshaft Limmattal

Die Corona-Krise hat die Welt auf den Kopf gestellt. Auch vor dem Gefängnis hat das Virus keinen Halt gemacht. RADIO TOP hat einen Blick hinter die Tore und Sicherheitstüren des Gefängnisses Limmattal erhalten.

18.09.2021 / 11:30 / von: cgr/mle/mma
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Das Gefängnis Limmattal ist das jüngste und modernste Gefängnis der fünf Betriebe der Untersuchungsgefängnisse Zürich. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Das Gefängnis Limmattal ist das jüngste und modernste Gefängnis der fünf Betriebe der Untersuchungsgefängnisse Zürich. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Im Gefängnis Limmattal wurde eine von den erwachsenen Insassen strikt abgetrennte Jugendabteilung für männliche Jugendliche integriert. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Im Gefängnis Limmattal wurde eine von den erwachsenen Insassen strikt abgetrennte Jugendabteilung für männliche Jugendliche integriert. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Die Inhaftierten können sich täglich mindestens eineStunde im Spazierhof aufhalten. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Die Inhaftierten können sich täglich mindestens eineStunde im Spazierhof aufhalten. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Das Gefängnis Horgen wurde am 2. April 2020 als Eintrittsquarantäne und Betreuungsstation in Betrieb genommen. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Das Gefängnis Horgen wurde am 2. April 2020 als Eintrittsquarantäne und Betreuungsstation in Betrieb genommen. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Quarantäne- und Isolationsstation. (Bild: Doris Signer/JuWe)

Quarantäne- und Isolationsstation. (Bild: Doris Signer/JuWe)

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Eingesperrt sein. Ein Gefühl, dass Einige während des Lockdowns, am Anfang der Corona-Krise, beschlichen hat. Doch für Häftlinge im Justizvollzug und in der Untersuchungshaft, ist «eingesperrt sein» Alltag. 

An einem spätsommerlichen Donnerstagmorgen empfängt mich der stellvertretende Leiter des Gefängnisses Limmattal, Jan Streitberg. Er führt mich durch das Untersuchungsgefängnis. Kurz gefasst ist es ein, für Aussenstehende zumindest, unübersichtliches Labyrinth mit massiven Betonwänden, Sicherheitstüren und vergitterten Toren. 

Welche Spuren die Corona-Krise im Gefängnis Limmattal hinterlassen hat, in der Reportage von RADIO TOP-Redaktorin Céline Greising: 

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Auf den ersten Blick hat die Corona-Krise kaum Veränderungen gefordert. Dem sei nicht so, erzählt Jan Streitberg: «Die Häftlinge müssen sich vor ihrem Aufenthalt im Limmattal in Quarantäne begeben.» Deshalb entfällt für sie später die Maskenpflicht. Ihre Quarantänezeit verbringen sie nicht im Limmattal, sondern im Gefängnis Horgen. Dieses hat die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich im April 2020 wieder geöffnet, um einen Corona-Ausbruch in einem Gefängnis zu verhindern.  Eigentlich wurde das Gefängnis Horgen Ende 2019 geschlossen. 

Der stellvertretende Leiter des Gefängnisses Limmattal, Jan Streitberg, erzählt im Beitrag von RADIO TOP, wie die Stimmung in der Gefängnis-Quarantäne war: 

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Die Corona-Krise ist im Gefängnis laut Streitberg eine Herausforderung. Sie hat aber auch Raum gegeben für Veränderungen. Beispielsweise konnten Videoanrufe, etwa mit der Familie oder dem Anwalt, möglich gemacht werden. 

Welchen Herausforderungen das Gefängnis Limmattal wegen der Pandemie gegenüberstand, im Beitrag von RADIO TOP: 

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Weil der Kontakt nach Aussen jedoch allgemein schwieriger wurde, waren die Häftlinge im Gefängnis häufiger im Gruppenvollzug – konnten die Zelle also häufiger verlassen und sich innerhalb des Gefängnisses bewegen. Diese Massnahmen wurden ergriffen, um die psychische Gesundheit der Häftlinge aufrecht zu erhalten. 

Um die psychische Gesundheit der Inhaftierten kümmern sich auch die Gefängnisbetreuenden. Einer davon ist Beat F. Er ist schon seit Jahren ein eingefleischter Gefängnisbetreuer. An seinen ersten Arbeitstag im Gefängnis kann er sich noch gut erinnern: «Es war schon ein spezielles Gefühl.»

Der Arbeitsalltag von Beat F. richtet sich nach den Inhaftierten. Zwar gibt es fix eingeplante Termine, wie etwa die Spazier- und Esszeiten, wo Beat F. im Einsatz ist, andere Sachen sind jedoch weniger planbar. Dazu gehören etwa Gespräche mit einem Insassen, wenn etwas Belastendes vorgefallen ist. 

Beat F. selbst belastet seine Arbeit jedoch selten. «Ich nehme fast nie etwas nach Hause». Es gebe belastende Situationen, dies komme jedoch selten vor. Sollte es doch einmal so weit kommen, sei er gut abgestützt mit seinen Arbeitskollegen oder allenfalls auch einer psychologischen Fachperson. 

Mehr über seine Arbeit, erzählt der Gefängnisbetreuer Beat F. im Interview mit RADIO TOP: 

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