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Islamischer Zentralrat trifft sich heimlich in Zürich

Seit zwei Jahren führt der Islamische Zentralrat Schweiz in der Stadt Zürich Veranstaltungen durch. Die Sicherheitsbehörden wussten von nichts.

11.06.2019 / 07:11 / von: mma
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Der Islamische Zentralrat konnte von den Behörden unbemerkt mehrere Veranstaltungen abhalten. Unter anderem auch im GZ Wipkingen. (Bild: Facebook/Islamischer Zentralrat Schweiz)

Der Islamische Zentralrat konnte von den Behörden unbemerkt mehrere Veranstaltungen abhalten. Unter anderem auch im GZ Wipkingen. (Bild: Facebook/Islamischer Zentralrat Schweiz)

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Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) hat im Fastenmonat Ramadan, Mitte Mai, eine Veranstaltung in Zürich heimlich abgehalten. Vom gemeinsamen Fastenbrechen mit Koranrezitation stellte der IZRS Fotos auf Facebook. Diese Fotos wurden im GZ Wipkingen gemacht. Dies bestätigt die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren gegenüber dem «Tagesanzeiger». Der IZRS hatte den Anlass öffentlich angekündigt, jedoch den Veranstaltungsort nicht angegeben.

Keine Freude daran, dass sich die IZRS-Salafisten ungestört in Zürich treffen können, hat Sicherheitsdirektor Mario Fehr. Vor zwei Jahren hatte er einen härteren Umgang gegenüber Islamisten und Rechtsextremen angekündigt. Auch damals stand der IZRS im Fokus. Er plante eine Veranstaltung in Zürich-Oerlikon. Fehr verhinderte die Konferenz, worauf der islamische Zentralrat nach Istanbul auswich. Doch auch in der Türkei schoben die Behörden der Veranstaltung einen Riegel vor.

Damals appellierte Fehr auch an die Bevölkerung, Salafisten und Rechtsextremisten keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen. Dies gelte auch heute noch, bestätigt die Sicherheitsdirektion gegenüber dem «Tagesanzeiger»: «An unserer Haltung zum IZRS hat sich nichts geändert. Wir dulden keine öffentlichen Veranstaltungen des IZRS und setzen alles daran, öffentliche Veranstaltungen von jeglichen extremistischen Gruppierungen im Kanton Zürich zu verhindern. Extremistische Aktivitäten stehen auch weiterhin im Fokus der Kantonspolizei.»

Die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren ist der grösste Vertragspartner des Stadtzürcher Sozialdepartements im Bereich Soziokultur und erbringt im Auftrag der Stadt bestimmte Leistungen für Bevölkerung und Quartiere. Dafür werden sie mit Steuergeldern in Millionenhöhe unterstützt. Umso peinlicher ist es, dass sich der IZRS ausgerechnet in diesen Räumlichkeiten einmieten konnte.

Mietanfrage war «unverdächtigt»

Gemäss dem Sozialdepartement habe die Mietanfrage beim GZ Wipkingen völlig unverdächtig ausgesehen. Auch eine Verbindung zum Zentralrat sei nicht ersichtlich gewesen. Hätte man davon Kenntnis gehabt, hätte man die Räumlichkeiten nicht vermietet beziehungsweise man hätte dem Veranstalter abgesagt. Dass man den Charakter der Veranstaltung nicht erkennen konnte, ist allerdings nicht ganz wahr. Unter den Unterzeichnenden des Mietvertrags, als Zweck wurde ein Familienfest angegeben, befand sich auch ein Vorstandsmitglied des IZRS. Dieselbe Person beitze laut «Tagesanzeiger» auch ein Bankkonto bei der Credit Suisse in Zürich, auf welches Mitgliederbeiträge des IZRS fliessen.

Die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren erfuhr erst nachträglich vom Treffen – und zwar von den «Sicherheitsbehörden des Bundes». Damit ist wohl der Nachrichtendienst des Bundes gemeint. Bei der Veranstaltung wurde der Koran ausgiebig auf Arabisch rezitiert. Völlig harmlos.

Auf den Bildern auf Facebook zu erkennen ist ein Führungsmitglied des Islamrats, das mit seinem UBS-Konto Geld für die Hilfsaktionen des IZRS in der syrischen Unruheprovinz Idlib, die mehrheitlich von Jihadisten kontrolliert wird, sammelt. Wohin das Geld fliesst, ist jedoch unklar, da die Hilfsorganisation keine aktuelle Tätigkeits- oder Finanzberichte veröffentlicht. Auf ihrer Website wirbt sie aber unter anderem mit einem Foto von IZRS-Vorstandsmitglied Naim Cherni. Dieser streckt den rechten Zeigefinger aus, eine Geste, mit welcher der Glaube an einen einzigen Gott symbolisiert werden soll. Das Symbol wird auch gerne von radikalen Islamisten verwendet.

Das Fastenbrechen im GZ Wipkingen ist aber nicht die einzige Veranstaltung des IZRS in den letzten beiden Jahren in Zürich. Die meisten von ihnen fanden in einem Fitnesszentrum in Altstetten statt, das dem IZRS nahestehende Personen vor zwei Jahren gegründet hatten, schreibt der «Tagesanzeiger». Dem muslimischen Kraft- und Kampfsportstudio angeschlossen waren auch Seminarräume, die der Islamische Zentralrat zum Teil orientalisch einrichten liess und in denen er mindestens eine Generalversammlung abhielt.

Eingeladen wurde unter anderem der deutsche Hassprediger Abul Baraa, der sich öffentlich für die hierzulande verbotene Genitalverstümmelung von Mädchen starkmachte. Kurz vor der Veranstaltung in Wipkingen geriet das Fitnesscenter allerdings in finanzielle Schwierigkeiten. Das Inventar wurde im Internet verkauft und die Immobilienverwaltung liess die Türschlösser entfernen. Somit hatte der IZRS keine Seminarräume mehr in Zürich. Kurz darauf wurde er, zumindest für ein einziges Mal, bei der Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren fündig.

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