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«Jede Person, die eine Grenze überschreitet, weiss das»

Am Donnerstag haben die Aktionstage gegen Gewalt an Frauen begonnen. Mit verschiedenen Aktionen wie Flashmobs soll die Gesellschaft sensibilisiert und aufgeklärt werden. Im Fokus steht sexualisierte Gewalt, welche ein Grossteil der Frauen in der Schweiz schon mindestens einmal erlebt hat.

25.11.2021 / 19:06 / von: mho/mma
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Mit Regenschirmen und Pauke tanzen um 12:30 Uhr ein paar Dutzend Teilnehmende an der Zürcher Europaallee. Der Flashmob im Zentrum von Zürich findet anlässlich der Aktionstage gegen Gewalt an Frauen statt. In diesem Jahr steht die sexualisierte Gewalt im Fokus. Die Choreographie stammt vom künstlerischen Kollektiv «ReBelle Art». Eine Schauspielerin und eine Tänzerin vermitteln zusammen mit den weiteren Teilnehmenden lautstark: «Nur JA heisst JA!»

Auch in Frauenfeld findet ein Flashmob statt. Zwar mit weniger Teilnehmenden, aber nicht weniger laut, machen auch sie auf das Thema sexualisierter Gewalt im Alltag aufmerksam. Im Jahr 2020 wurden rund 700 Vergewaltigungen schweizweit zur Anzeige gebracht. Dies sei nur die Spitze des Eisbergs, sagt Uta Reutlinger, Leiterin der Koordinationsstelle Gewaltprävention Thurgau. Zum einen würden viele Gewaltbetroffene eine Vergewaltigung gar nicht erst zur Anzeige bringen; zum anderen würden andere Formen sexualisierter Gewalt, beispielsweise Begrapschen, von vielen Frauen als normal betrachtet. Und das sei schlimm, betont Uta Reutlinger.

Auch Pia Allemann, Co-Geschäftsleiterin der Beratungsstelle für Frauen in Zürich weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass sich Gewaltbetroffene Hilfe holen - sei es, um die Tat zu verarbeiten oder um sich juristisch beraten zu lassen. Wenn der Verdacht besteht, dass jemand im Umfeld von Gewalt betroffen sein könnte, soll dies unbedingt angesprochen werden, sagt Pia Allemann weiter. Die Aktionstage gegen Gewalt an Frauen gehen vom 25. November 2021 bis am 10. Dezember 2021 - dem internationalen Tag der Menschenrechte.

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