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«Jeder der aktuell arbeiten kann, sollte dankbar sein»

Nachdem der Bundesrat den Notstand ausgerufen hat, fordern Bauarbeiter im Kanton Zürich mittels einer Petition, dass alle Baustellen geschlossen werden. Dies weil die Hygienevorschriften in den engen Baracken nicht eingehalten werden können. Wirtschaftsexperten haben eine klare Meinung zur Forderung.

18.03.2020 / 13:30 / von: mle
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Zürcher Bauarbeiter fordern, dass alle Baustellen geschlossen werden. (Symbolbild: Pixabay.com/rhythmuswege)

Zürcher Bauarbeiter fordern, dass alle Baustellen geschlossen werden. (Symbolbild: Pixabay.com/rhythmuswege)

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In einer Petition fordern Bauarbeiter, die im Kanton Zürich auf Baustellen arbeiten, den Regierungsrat das Kantons Zürich auf, die Baustellen im Kanton zu schliessen und die Lohnzahlung für die betroffenen Beschäftigten zu garantieren. Dies teilte die Unia Zürich-Schaffhausen am Mittwochmorgen mit.

Bauarbeiter bemängeln, dass die vorgeschriebenen Schutzmassnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, nicht eingehalten werden. Es gebe keine sanitären Anlagen, kein Desinfektionsmittel und übervolle Baracken.

Dass die vom Bundesrat bisher getroffenen Massnahmen und die von ihm bereitgestellten 10 Milliarden Franken dann nicht mehr reichen würden, ist der Unia bewusst. Trotzdem stehe der Schutz der Arbeitnehmer im Fokus. Auch Wirtschaftsexperte Martin Spieler findet es wichtig, dass die Hygienemassnahmen eingehalten werden. Dennoch sagt er: «Jeder der aktuell noch in irgendeiner Form arbeiten kann, sollte dankbar sein.» Denn sobald das nicht mehr möglich sei, drohe vielen KMU-Baufirmen der Konkurs. Die Folgen für die Wirtschaft seien ohnehin schon massiv.

Was für und was gegen die Petition der Bauarbeiter spricht, im Beitrag von RADIO TOP:

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Im Interview mit TELE TOP sprechen Lorenz Keller von der Unia und Bernhard Salzmann vom Schweizerischen Bauherrenverband über die aktuelle Baustellensituation:

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Ralf
am 23.03.2020 um 18:17
Generell ist auf Baustellen ein erforderlicher Abstand von 2 Metern zwischen den Arbeiten nicht möglich.Grund dafür ist, dass viele Bauteile garnicht transportiert oder montiert werden können da diese zu groß oder zu schwer sind. Auch besteht konstanter Kontakt der Arbeiter von mehreren Gewerken die parallel auf engstem Raum ausgeführt werden. Bau Aufzüge als auch Treppenhäuser sind ebenfalls Bereiche wo eine Kontaminierung stattfinden kann. Außerdem sollte sich die Regierung Gedanken machen wo diese Arbeiter abends eine wohlverdiente warme Mahlzeit erwerben können da fast alles geschlossen ist. Es ist schon sehr offensichtlich,dass die Bauarbeiter zur untersten Kategorie zählen und deren Verlust egal ist solange kein wirtschaftlicher Schaden entsteht.So kann man eine Pandemie sicherlich nicht eindämmen und wenn man weiß, dass auf dem Projekt Circle über 1000 Arbeiter täglich rein und raus gehen ,braucht man kein Mathematiker zu sein um zu wissen dass Zürich ein zweites Italien wird.
Ina
am 21.03.2020 um 22:51
Der wirtschaftliche Schaden steht also hier im Vordergrund...die Pendler schleppen Corona ja nicht hin und her, und auf den Baustellen sind ja kaum Schweitzer. Ist ja nicht so schlimm, wenn die ganzen ausländischen Arbeiter sich untereinander infizieren. Würde hier eingegriffen werden, sind die Baustellen leer. Die Familien, Kinder und Frauen, freuen sich, ihre Väter und Männer alle 2 bis 3 Wochen zu sehen. Wie gehen wir aber um mit dieser Unsicherheit??? Entweder man macht die Grenze offiziell zu, für ALLEE oder nicht! Solange das so schwammig gehandhabt wird, steht dem Corona nichts im Wege, Hauptsache, der nationale wirtschaftliche Schaden wird begrenzt...UNFASSBAR
Urs Maier
am 20.03.2020 um 13:41
Das arbeiten auf grosse Baustellen ist für die Arbeiter sehr gefährlich. Wie will man die Arbeiter(Menschen ) schützen vor den Virus wenn die grundlegendsten Dinge von Schutzmassnahmen nicht eingehalten werden können. Man hat doch gesagt der Mensch kommt vor dem Geld. Was ist ein Mensch wert? Mit öfters Fieber messen ist es nicht getan denn dann ist es schon zu spät. Die hohen Herren sollten mal darüber nachdenken.