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Juchhof-Räumung sorgt für Kritik

Die Stadt Zürich fordert mit dem Slogan «Bleiben Sie zuhause. Bitte. Alle» die Bevölkerung dazu auf, zuhause zu bleiben. Trotzdem müssen die Besetzer des Juch-Areals ihr Zuhause räumen. Das Vorgehen der Stadt wird von den Besetzern wie auch von der Grünen Gemeinderätin Elena Marti kritisiert. Anders sieht es der SVP-Parteipräsident Mauro Tuena.

22.04.2020 / 18:59 / von: cob/mma
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Die Besetzter müssen das Areal räumen. (Screenshot: TELE TOP)

Die Besetzter müssen das Areal räumen. (Screenshot: TELE TOP)

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Seit dem 31. Oktober 2019 wird das leerstehende Zürcher Juch-Areal besetzt. Die Besetzerinnen und Besetzer schrieben am Dienstag in einer Medienmitteilung, dass sie vom Zürcher Sozialdepartement per Brief dazu aufgefordert worden seien, das Areal bis Freitag, 24. April, zu räumen. Die geplanten Umbau- und Abrissarbeiten sollen am 27. April beginnen.

Eine Sprecherin des Sozialdepartements bestätigte am Dienstag den Räumungsentscheid. Als Grund nannte sie notwendige Abbrucharbeiten für eine anderweitige Nutzung. Das Areal werde in Zukunft nicht mehr durch die Asylorganisation Zürich AOZ genutzt.

Die besetzten Gebäude befinden sich in einem schlechten Zustand. Auf Teilen des Juchhof-Areals senkt sich zudem der Boden. Sollte jemand verletzt werden, hiess es Mitte Dezember 2019 in einer Stadtratsantwort, werde die AOZ als Besitzerin dafür haftbar gemacht.

Die betroffenen teilen am Mittwoch mit:

Seit der Besetzung vom 31. Oktober 2019 ist auf dem Areal einiges passiert: Wir haben einen kollektiv verwalteten und freien Raum geschaffen. Wir haben Austausch, Aufführungen, Ausstellungen und Konzerte organisiert. Es gibt eine offene Werkstatt, Siebdrucki, Bibliothek, einen Fitness-und Veranstaltungsraum. In unserem selbstverwaltetem Radio wird produziert und im Bandraum nebenan geprobt. Mit einem minimalen Budget beleben wir diesen Raum und sind somit ein Gegenpol zum vorherrschenden Konsumzwang in dieser Stadt. Dieser Raum wird endlich selbstbestimmt organisiert. Vor der Besetzung war dieser Ort ein Gefängnis und ein Ort, in dem Menschen aufgrund ihrer Herkunft unterdrückt wurden.

Die geplante polizeiliche Räumung kommt bei den Parteien von links bis rechts nicht gut an. Marti findet den Zeitpunkt, mitten in der Pandemie, nicht vertretbar. Auch Mauro Tuena findet, dass die Polizei einem hohen Risiko ausgesetzt werde. 

Im TELE TOP-Beitrag sprechen Marti und Tuena über die Entscheidung der Stadt Zürich:

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