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Jüdischer Schauspieler zeigt Zürcher Theater Neumarkt an

Der jüdische schweizerisch-israelische Schauspieler Yan Balistoy hat gegen die Leitung des Zürcher Theaters Neumarkt eine Strafanzeige eingereicht. Er wirft ihm Verletzung der Antirassismus-Strafnorm vor, weil es ihn nicht zusammen mit einer libanesischen Schauspielerin auftreten liess.

09.06.2024 / 11:48 / von: sda/msc
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Ein jüdischer Schauspieler hat gegen die Leitung des Zürcher Theaters Neumarkt eine Strafanzeige eingereicht. Die Leitung liess den Schauspieler nicht mit einer libanesischen Schauspielerin auftreten. (Archivbild: KEYSTONE)

Ein jüdischer Schauspieler hat gegen die Leitung des Zürcher Theaters Neumarkt eine Strafanzeige eingereicht. Die Leitung liess den Schauspieler nicht mit einer libanesischen Schauspielerin auftreten. (Archivbild: KEYSTONE)

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Die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat richtet sich gegen den Verwaltungsratspräsidenten, die drei Direktorinnen und den Hausdramaturgen des renommierten Zürcher Theaterhauses. Das teilte der Medienberater des Schauspielers, Sacha Wigdorovits, am Sonntag im Auftrag Balistoys mit.

Die Theaterspitze habe auf einen Protest einer libanesischen Schauspielerin gehandelt. Balistoy sei von Aufführungen ausgeschlossen worden, in denen diese Schauspielerin auf der Bühne gestanden habe. «Damit setzten sie das diskriminierende und antisemitische Gesetz der Terrormiliz Hisbollah auf der Bühne im Theater Neumarkt öffentlich um», hiess es in der Mitteilung.

Begründet hätten die Theaterverantwortlichen das Spielverbot damit, dass ein libanesisches Boykottgesetz es den eigenen Staatsangehörigen verbietet, mit israelisch-jüdischen Personen Kontakt zu pflegen. Das Zusammenspielverbot solle verhindern, dass die Sicherheit der libanesischen Schauspielerin oder ihrer im Libanon lebenden Familie gefährdet werde.

«Verstoss gegen Bundesverfassung»

«Das im Libanon geltende anti-israelische und anti-semitische Boykottgesetz in der Schweiz anzuwenden, verstösst gegen die Schweizer Bundesverfassung», schrieb Balistoys Medienberater. Diese verbiete es, Personen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Geschlechts zu diskriminieren.

Hinzu komme, dass die Theaterspitze ihren Entscheid, Balistoy nur noch in der Hälfte aller Stücke einzusetzen, öffentlich gemacht habe. Ein entsprechender Instagram-Post sei in der Folge von zahlreichen Schweizer Medien zitiert worden. Die Strafanzeige Balistoys beinhalte deshalb auch den Vorwurf der üblen Nachrede.

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B. V.
am 10.06.2024 um 09:47
Bravo, Herr Balistoy! Partei gegen Israel (und FÜR den libanesischen Boykott) zu ergreifen, heisst nämlich auch, den militanten Islam zu unterstützen. Das will ich nicht. Ich wünsche mir für unsere Töchter und Enkelinnen, dass sie so in Freiheit leben dürfen, wie ich aufgewachsen bin… #wehretdenAnfängen gegen rechts UND gegen links; und gegen Einschränkungen der Glaubens- und Meinungsfreiheiten