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Jugendarbeiter sollen positive Fankultur fördern

Die wüsten Szenen beim GC-Match in Sion sind für viele Inbegriff der Schweizer Fussballszene. Dabei bedeutet Fankultur nicht nur Krawall und Petarden, sondern auch Zusammengehörigkeit und Kreativität. Ein neues Weiterbildungsangebot für Jugendarbeiter will diese Komponenten jetzt betonen.

21.03.2019 / 17:39 / von: sfa
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Wüste Szenen im Fanblock sorgten zwischen GC und Sion jüngst zu einem Spielabbruch. (Bild: Screenshot SRF)

Wüste Szenen im Fanblock sorgten zwischen GC und Sion jüngst zu einem Spielabbruch. (Bild: Screenshot SRF)

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Pfadileiter oder Jugendarbeiter in einem offenen Jugendtreff sind regelmässig mit Jugendlichen konfrontiert, die Teil einer Fanszene sind – sei es von GC, FCZ oder dem ZSC. Als Chaoten beim Fussballspiel zwischen GC und Sion letztes Wochenende mit massenhaft Petarden für einen Spielabbruch sorgten, dürfte sich manch ein Jugendarbeiter gefragt haben: Steckt auch einer «meiner» Jugendlichen in diesem Mob?

Die kantonale Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung okaj schafft nun ein Angebot für genau diese Jugendarbeiter: Sie bieten diesen Sommer zum ersten Mal eine vertiefende Weiterbildung für Jugendarbeiter an, die sich konkret mit Fankultur beschäftigt.

okaj-Projektleiter Christoph Vecko erläutert das neue Weiterbildungsangebot rund um Fankultur:

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Jugendarbeiter seien für viele Jugendliche wichtige Vertrauenspersonen, betont Christoph Vecko, Projektleiter bei okaj: «Da macht es Sinn, dass Jugendarbeiter möglichst nahe an der Lebenswelt der Jugendlichen dran sind. Bei diesem Thema haben wir festgestellt, dass ein Bedarf nach mehr Wissen besteht, damit die Jugendarbeiter schlussendlich eine positive Fankultur unterstützen können.»

Denn Fankultur bedeute eben nicht zwingendermassen Petardenwürfe und Schlägereien, sondern Fankultur bedeute Gemeinsamkeit und Kreativität. Genau diese Seiten der Fankultur sollen Jugendarbeiter betonen, erklärt Christoph Vecko: «Das Fan-Dasein bietet viele Möglichkeiten in der Entwicklung von Jugendlichen. Es geht um ein Miteinander, es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, es geht auch um Kreativität.»

Im Rahmen der neu geschaffenen Weiterbildung lernen Jugendarbeiter von einem langjährigen Fanarbeiter, wie es in der Fanszene zu und her geht – was innerhalb des Stadions, aber auch vor und nach den Spielen vor sich geht.

Die Weiterbildung findet zum ersten Mal im August statt. Sie versteht sich allerdings nicht als direkte Reaktion auf die Ausschreitungen beim GC-Match letztes Wochenende, sondern war schon länger in Planung. Die okaj hat denn auch in der Vergangenheit bereits punktuelle Workshops zum Thema abgehalten.

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