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Kantonsrat macht Druck beim ZVV-Nachtnetz

Der Kantonsrat macht Druck beim Ausbau des Nachtnetzes im Zürcher Verkehrsverbund. Er hat am Montag ein EVP-Postulat überwiesen, das ein Konzept für einen zeitgemässen Nacht-ÖV fordert. Zudem kämpft er gegen die Schliessung zweier ZVV-Verkaufsstellen in Zürich.

19.08.2019 / 13:19 / von: sda/mma
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Unter anderem soll die Ausdehnung des Nachtangebots auf die Nacht vom Donnerstag auf Freitag geprüft werden. (Bild: TOP ONLINE Archiv/zvv.ch)

Unter anderem soll die Ausdehnung des Nachtangebots auf die Nacht vom Donnerstag auf Freitag geprüft werden. (Bild: TOP ONLINE Archiv/zvv.ch)

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Das Konzept soll dem heutigen Ausgehverhalten entsprechen und den Vergleich mit anderen Metropolregionen nicht scheuen. Das Postulat wurde nach engagierter Diskussion mit 90 zu 79 Stimmen überwiesen. Das EVP-Anliegen wurde von SP, AL, GLP und den Grünen unterstützt.

Das 2003 im Kanton Zürich eingeführte Nachtnetz sei zwar eine Erfolgsgeschichte, sagte der Erstunterzeichner des Postulates, Hanspeter Hugentobler (EVP Pfäffikon). Doch nun müsse dringend nachgebessert werden. Das Ausgehverhalten habe sich in den letzten 20 Jahren verändert. «Wenn der ÖV Dienstschluss hat, kommt der Ausgang erst richtig in Schwung».

Hugentobler bemängelte insbesondere die langsamen Verbindungen zu spätnächtlicher Stunde, die teilweise kaum mehr als Marschgeschwindigkeit erreichten.

Als konkrete Massnahmen soll auf dem Land das Einsteigeverbot in Nachtbusse aus Zürich fallen, um eine Erschliessung in alle Richtungen sicherzustellen. Zudem soll eine Ausdehnung des Nachtangebotes auf die Nacht vom Donnerstag auf Freitag geprüft werden.

Was Verkehrsunternehmen von diesen Vorschlägen halten, im Beitrag von RADIO TOP:

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Regierungsrätin warnt vor doppelter Arbeit

Gegen das Anliegen waren SVP, EDU und FDP. Auch die Regierung stellte sich dagegen. Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) widersprach, dass sich seit der Einführung des Nachtnetzes nichts verändert habe. «Das Angebot ist jetzt drei Mal grösser als damals.»

Die Volkswirtschaftsdirektorin und auch die bürgerlichen Parteien verwiesen darauf, dass der Zürcher Verkehrsverbund bereits mit der Erarbeitung eines neuen Angebotskonzeptes begonnen habe. Dieses werde 2021 vorliegen. «Wenn sie wollen, dass die Diskussion zwei Mal geführt wird, überweisen sie dieses Postulat», sagte Walker Späh.

Die Mehrheit von Mitte, Links und Grün wollte das. Die Grünen unterstützten den Vorstoss, um den «Anliegen zum Nachtnetz Nachdruck zu verschaffen», die SP war dafür, weil sie «schon immer ein starkes Nachtnetz gefordert hat».

Die GLP sah im Postulat zwar keinen neuen Impuls. Es fordere vom Regierungsrat nichts, was er nicht sowieso schon mache. Aber als Zwischenbericht könne es dessen Arbeit unterstützen.

Der Regierungsrat hat nun maximal zwei Jahre Zeit, in einem Bericht aufzuzeigen, wie er sich ein zeitgemässes Nachtnetz vorstellt. Nicht ausgeschlossen also, dass der «Zwischenbericht» zeitgleich mit dem neuen ZVV-Konzept vorgelegt wird.

Kantonsrat will Schalterschliessungen verhindern

Der Zürcher Kantonsrat kämpft gegen die Schliessung zweier ZVV-Verkaufsstellen in Zürich. Konkret um die Schalter am Schwamendinger- und am Goldbrunnenplatz. Damit stellt sich der Rat gegen die von ihm selbst verabschiedete Vertriebsstrategie des Zürcher Verkehrsverbundes. Der Kantonsrat hat am Montag mit 114 zu 51 Stimmen ein entsprechendes Postulat von SP, CVP und SVP überwiesen.

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