Pull down to refresh...
zurück

Kinderspital Zürich erneut in der Kritik

Bei einem bestimmten Herzfehler ist die Sterblichkeit am Kinderspital Zürich im europäischen Vergleich deutlich höher. Dabei sollen Konflikte im Kinderherzzentrum die Qualität beeinflussen.

14.05.2019 / 11:48 / von: rme/eob
Seite drucken Kommentare
1
Gemäss einer Studie sterben im Kinderspital mehr als ein Drittel der Babys mit einem bestimmten Herzfehler. (Bild: wikipedia.org/Adrian Michael unter Creative Commons)

Gemäss einer Studie sterben im Kinderspital mehr als ein Drittel der Babys mit einem bestimmten Herzfehler. (Bild: wikipedia.org/Adrian Michael unter Creative Commons)

1
Schreiben Sie einen Kommentar

Am Kinderspital Zürich sterben überdurchschnittlich viele Babys mit einem bestimmten Herzfehler. Gemäss einer Studie, welche das Spital selber veröffentlicht hat, sind zwischen 2001 und 2014 fast 40 Prozent der betroffenen Babys gestorben, schreibt «CH Media».

Der Vergleich zeigt, dass Ärzte an anderen Kinderspitälern eine deutlich bessere Quoten erreichen. Im holländischen Utrecht seien lediglich 19 Prozent der Babys gestorben. Im deutschen Giessen waren es sogar nur 15 Prozent.

Die Überlebensrate bei diesem Herzfehler, dem sogenannten Hypoplastischen Linksherzsyndrom, gehöre zu den Indikatoren, an denen die Qualität von Kinderherzzentren gemessen werden kann. Deshalb werfe die massive Differenz Fragen auf.

Was dies für betroffene Eltern bedeutet, im Beitrag von RADIO TOP:

audio

Wie «CH Media» weiss, würden Insider die Konflikte zwischen der Herzchirurgie, der Kardiologie und der Intensivstationen die Qualität der Behandlungen beeinflussen. Zumindest bei den ganz schwierigen Fällen. 

Auf Anfrage von RADIO TOP sagt Mediensprecherin vom Kinderspital Zürich Mirjam Knecht, die Zahlen der Studie würden stimmen, jedoch könnten sie aus verschiedenen Faktoren nicht mit anderen Spitälern im Ausland gegenübergestellt werden. Zum Beispiel hätten sie erst im 2004 mit Operationen dieser bestimmten Herzkrankheit begonnen und viele Eltern möchten auch nicht, dass ihre Kinder in der Studie verfasst werden. «Deshalb kann auch nicht die Qualität verglichen werden.»

Somit soll das Kinderspital seine Studie transparent machen, fordert Erika Ziltener, Geschäftsleiterin der Patientenstelle Zürich. So sollten Fragen geklärt werden, wie beispielsweise: «Wie sind die Zahlen zustande gekommen, welche Kinder werden operiert und warum werden sie operiert?» Denn damit könne den Eltern auch gezeigt werden, dass die Sicherung der Qualität am Kinderspital Zürich für sie oberste Priorität sei. Denn die Verantwortung liege nicht bei den Eltern, so Ziltener. «Ich kann ja nicht mein Kind nehmen und nach Holland gehen. Dazu haben wir nicht die Möglichkeiten.»

Beitrag erfassen

Manuela N.
am 14.05.2019 um 08:14
Diese ganzen Diskussionen machen mich richtig traurig. Wir selber haben einen Sohn mit einem hypoplastischen Rechtsherzsyndrom, die letzten beiden Operationen sind identisch. Er wurde 3mal erfolgreich in Zürich operiert (und man stelle sich vor: von den Chirurgen, deren Kompetenz angezweifelt wurde). Man vergisst, wer darunter leidet: die betroffnen Eltern, denen man noch zusätzlich Angst macht.Das hypoplastische Linksherzsyndrom ist der schwerste Herzfehler überhaupt, der 1-2 Prozent der Herzfehler ausmacht. Es wird also verhältnismässig wenig operiert. Und vermutlich wurden bei dieser Auswertung zusätzliche Gegebenheiten (zB weitere Behinderungen/Einschränkungen) nicht berücksichtigt.Darum - hört mit dieser Diskussion auf - den Betroffenen zuliebe - deren Weg ist so schon schwierig genug!!