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Kühne+Nagel spürt 2023 Normalisierung nach Corona-Boom

Die Kühne+Nagel-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2023 auf allen Ebenen rückläufige Ergebnisse verzeichnet. Auch im vierten Quartal gingen Umsatz und Gewinn deutlich zurück. Die Dividende fällt nun leicht tiefer aus als im Vorjahr.

01.03.2024 / 08:32 / von: jma/sda
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Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im 2023 nach pandemiebedingt zuvor sehr guten Jahren deutlich weniger umgesetzt und verdient. Das Geschäftvolumen hat sich normalisiert, wie es hiess. (Archivbild: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im 2023 nach pandemiebedingt zuvor sehr guten Jahren deutlich weniger umgesetzt und verdient. Das Geschäftvolumen hat sich normalisiert, wie es hiess. (Archivbild: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)

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Der Nettoumsatz brach im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf 23,8 Milliarden Franken ein, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Dasselbe gilt für den um die volatilen Frachttarife bereinigten Rohertrag (-21 Prozent auf 8,8 Mrd.).

Dividende von 10 Franken

In der Folge verschlechterten sich auch die Ertragskennzahlen deutlich. Das Betriebsergebnis (EBIT) halbierte sich auf 1,9 Milliarden Franken, ebenso der Reingewinn auf noch knapp 1,5 Milliarden.

Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen nun eine Dividende von 10,00 Franken pro Aktie erhalten (VJ 14,00 Fr.). Die Kennzahlen lagen mehrheitlich eher am unteren Ende der Erwartungen der Analystengemeinde (AWP-Konsens).

Die so genannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Bruttogewinn angibt, erreichte 22 Prozent (VJ 34%). Sie gilt in der Branche als wichtige Kennzahl. Mittelfristig strebt das Unternehmen wieder einen Wert von 25 bis 30 Prozent an.

Betrachtet man nur das letzte Quartal des Jahres, so lag der Reingewinn bei 283 Millionen Franken, die Konversionsmarge bei knapp 16 Prozent (VJ 26%). Die pandemiebedingte Sonderkonjunktur der Jahre 2021 und 2022 ist somit Geschichte. Das zeigte sich auch auf Mitarbeiterseite: Im vierten Quartal wurde ein Aufwand für Personalabbau in Höhe von 53 Millionen Franken verbucht.

«Roadmap 2026» mit Fortschritten

«Wir haben mit verstärkten Restrukturierungsmassnahmen im vierten Quartal unsere Kostenbasis den Marktverhältnissen angepasst», wurde CEO Stefan Paul im Communiqué zitiert. Gleichzeitig sei es gelungen, Marktanteile in der Seefracht zu gewinnen. Bei den Initiativen der «Roadmap 2026» verzeichne das Unternehmen ausserdem gute Fortschritte. Ansonsten gibt das Unternehmen im Communiqué wie üblich keinen quantitativen Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr.

Expansion in Asien

Im Rahmen des strategischen Programms «Roadmap 2026» übernimmt das Unternehmen die Firma City Zone Express mit Hauptsitz in Malaysia.

Die Akquisition sei unmittelbar ergebnissteigernd, teilte Kühne+Nagel am Freitag mit. City Zone Express verfüge über eine eigene Flotte von 260 Fahrzeugen, über 500 Mitarbeiter und eine Lagerfläche von 80'000 Quadratmetern. Das Unternehmen biete grenzüberschreitende Logistikdienstleistungen in Südostasien und bis nach China an.

Die Wachstumsmärkte Asiens böten eine «attraktive Möglichkeit, unsere Dienstleistungen im Landverkehr weiterzuentwickeln», wird Hansjörg Rodi, Mitglied der Geschäftsleitung von Kühne+Nagel International, zitiert. Der Abschluss der Transaktion werde in den kommenden Monaten erwartet. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.

Hoher Lohn für Chef Stefan Paul

 

Kühne+Nagel-Chef Stefan Paul hat im vergangenen Geschäftsjahr 2023 insgesamt rund 3,5 Millionen Franken verdient. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Damit liegt sein Salär nur minimal tiefer als im Vorjahr.

Pauls Lohn besteht aus einem Basissalär von 1,2 Millionen Franken, einem variablen Vergütungsteil in Höhe von rund 1,6 Millionen Franken sowie weiteren Komponenten wie dem Aktienplan.

Die anderen Geschäftsleitungsmitglieder erhielten zusammen Löhne in Höhe von 16,3 Millionen Franken. Die Verwaltungsratsmitglieder kamen zusammen auf eine Entschädigung in Höhe von 4,6 Millionen. Davon entfielen rund 2,0 Millionen auf VR-Präsident Jörg Wolle sowie rund 0,8 Millionen auf Firmenpatron Klaus-Michael Kühne.

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