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Lehrerverbände sind sich uneinig bei der Maskenpflicht für 10-jährige Schüler

Der Züricher und St.Galler Lehrerverband haben unterschiedliche Meinungen zu einer Maskenpflicht für Schüler ab 10 Jahren. Wegen der hohen Corona-Fallzahlen haben der Kanton Baselland sowie auch eine Primarschule in der Gemeinde Volketswil und Kilchberg am Dienstag eine solche Pflicht eingeführt.

19.01.2021 / 18:20 / von: szw
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Wie viele Schulen ziehen noch nach mit einer Maskenpflicht für 10-jährige Schüler? (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/MATTHIAS BALK)

Wie viele Schulen ziehen noch nach mit einer Maskenpflicht für 10-jährige Schüler? (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/MATTHIAS BALK)

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Der Kanton Baselland sowie zwei Schulen in der Zürcher Gemeinde Volketswil und Kilchberg

haben am Dienstag eine Maskenpflicht für Schüler ab 10 Jahren, respektive ab der vierten Klasse, eingeführt. Dies wegen vorgängigen Corona-Ausbrüchen oder risikohaften Kontakten, die Schüler hatten.

Der Lehrerinnen- und Lehrerverband im Kanton Zürich kann sich grundsätzlich mit einer solchen Massnahme anfreunden. Beim Lehrerverband in St.Gallen kommt dieser Zug jedoch nicht gut an. Der Co-Präsident des St.Galler Lehrerverbands, Patrick Keller, ist der Meinung, dass Kinder in diesem Alter nicht im Stande wären, die Maske richtig zu tragen. Zu häufig würden die Schüler die Maske von der Nase wegschieben. Kinder würden sich aber auch oft ins Gesicht fassen und in den Pausen käme es unter den Schülern viel zu nahem Kontakt.

Dass Kinder im Alter von 10 Jahren den Umgang mit den Masken vermutlich nicht richtig pflegen würden, sieht auch der Präsident der Vereinigung für Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri,

oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

so. Anderer Meinung ist der Präsident des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Christian Hugi. Kinder in jenem Alter seien besonders Lernfähig. Dies sei kein Killerkriterium.

Der Lehrerverband St.Gallen kritisiert die Massnahme weiter auch aus pädagogischer Sicht. Schüler in jenem Alter seien besonders auf eine ganzheitliche Einschätzung ihrer Kommunikationspartner angewiesen. Dazu gehörten eben auch die Mimik eines Gesprächspartners. Lieber würden Schulen schliessen, als dass Kinder in diesem jungen Alter eine Maske im Unterricht tragen müssten. Diese Tatsache sieht auch der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband als problematisch. Auch wenn Lehrpersonen Masken tragen, gingen ein Haufen Informationen verloren. Die Maske sei aber immer noch das kleinere Leid im Vergleich zu einer Schulschliessung.

Beide Instanzen sind sich jedoch einig: Auch die Grösse der Maske ist eine Thematik. Es bräuchte definitiv Masken in Kindergrösse und davon hätte es laut Christian Hugi vom Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband bislang nicht genug. Über eine Maskenpflicht entscheiden letzten Endes jedoch die Kantone, Städte oder Gemeinden und nicht die Lehrerverbände.

Im Beitrag von RADIO TOP wägen Lehrerverbände die Vor- und Nachteile der Maskenpflicht ab:

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