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Leisere Maschinen am Flughafen Zürich schonen Lärmgeplagte

Die Investitionen in leisere Flugzeuge zahlen sich aus: Die Zahl der lärmbelästigten Anwohner um den Flughafen Zürich hat im vergangenen Jahr deutlich abgenommen. Der Richtwert, der sogenannte Fluglärm-Index, wird trotzdem noch weit überschritten.

06.12.2019 / 17:49 / von: sda/cgr
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Rund 60'000 Menschen wurden im letzten Jahr von Lärm belästigt. Das sind rund 5000 weniger als noch im Vorjahr. (Bild: RADIO TOP / Archiv)

Rund 60'000 Menschen wurden im letzten Jahr von Lärm belästigt. Das sind rund 5000 weniger als noch im Vorjahr. (Bild: RADIO TOP / Archiv)

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Im vergangenen Jahr waren 60'347 Menschen lärmbelästigt. Das sind rund 5000 weniger als im Jahr 2017, wie aus dem am Freitag publizierten Flughafenbericht hervorgeht.

Hauptgrund für die Abnahme der belästigten Personen sind neue und leisere Flugzeugtypen. Damit zeige sich nun erstmals, dass sich die hohen Investitionen der Luftfahrtgesellschaften in neue Maschinen auch bezüglich Lärm auszahlen würden, schreibt der Kanton.

Warum der Flughafenbericht aus Sicht von Regierungsrätin Carmen Walker Späh positiv zu bewerten ist – im Beitrag von RADIO TOP:

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Im Interview mit TELE TOP äussern sich Stadträtinnen und die Stiftung gegen Fluglärm zu den neuen Zahlen des ZFI:

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Noch immer zu viele Lärmgeplagte  

Der Fluglärm-Index wird aber trotzdem nicht eingehalten. Der Richtwert liegt bei 47'000 lärmbelästigten Personen. Aktuell werden also immer noch rund 13'000 Anwohner zu viel von Flugzeugen beschallt. Der Richtwert des Fluglärm-Index wird seit Jahren immer wieder überschritten.

Die Zahl der tagsüber gestörten Personen liegt bei 35'223 - jene, die nachts gestört werden, bei 25'124. Die Zahl der in der Nacht im Schlaf gestörten Personen hat folglich zugenommen, und zwar um 1 Prozent.

Um dieses Nacht-Problem zu lösen, müsse man ganz klar noch Anstrengungen unternehmen, sagte Markus Traber, Chef Amt für Verkehr, am Freitag vor den Medien. Eigentlich sollte zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe herrschen. Diese wird durch verspätete Flüge und Langstreckenverbindungen jedoch empfindlich gestört.

Aktualisierte Quellendaten

Hauptgrund für die Abnahme der belästigten Personen sind aktualisierte Quellendaten, welche den Zustand «adäquater modellieren», wie Beat Schäffer von der Empa-Abteilung Akustik/Lärmminderung ausführte. Darin könne man leisere Flotten «optimal berücksichtigen».

Deshalb seien die Zahlen 2017 und 2018 nur beschränkt miteinander zu vergleichen. Wenn die Lärmbelastung bereits 2017 aufgrund der neuen Flugzeugtypen errechnet worden wäre, hätte die Gesamtzahl der betroffenen Personen 2018 nämlich nicht ab-, sondern zugenommen, vor allem wegen des Nacht-Problems.

Volkswirtschaftsdirektorin ist erfreut

Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) zeigte sich «sehr erfreut» über die Lärmentwicklung, welche nun dank der neuen Quellendaten belegt werden könne. «Aber natürlich bleiben die Herausforderungen rund um den Flughafen», sagte Walker Späh.

Der Landesflughafen stehe nun mal im Spannungsfeld zwischen Volkswirtschaft und Lärmschutz. Aber man sehe, dass die Anstrengungen zur Lärmminderung Früchte trügen.

Mit dem Flughafenbericht legt der Regierungsrat jährlich Rechenschaft über seine Beteiligung an der Flughafen Zürich AG (FZAG) ab und informiert über die Erfüllung der ihm gemäss kantonalem Flughafengesetz zugewiesenen Aufgaben.

Hauptinhalte des Berichts bilden das Strategiecontrolling zur Überwachung der kantonalen Beteiligung an der FZAG sowie das Fluglärmcontrolling inklusive Berichterstattung zum Zürcher Fluglärm-Index 2018.

Organisationen sind geteilter Meinung

Die neuen Zahlen werden von den Organisationen Pro Flughafen und Fluglärmforum Süd unterschiedlich aufgenommen. Während Stephan Oehen vom  Fluglärmforum die gestiegene Anzahl der Lärmgeplagten in der Nacht anprangert, stört sich Christof Bretschen von Pro Flughafen am ZFI-Richtwert.

Im Beitrag von RADIO TOP äussern sie ihre Kritik:

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